Der Pianist aus Huelva, Javier Perianes, hat ein bedeutendes Projekt in Angriff genommen: die Aufnahme der fünf Klavierkonzerte von Beethoven für das Label Harmonia Mundi. Die Initiative findet im Palau de Les Arts in Valencia statt, zeitgleich mit der Nähe zum 200. Todestag des Bonner Komponisten. Perianes spielt nicht nur, sondern dirigiert die Orquestra de la Comunitat Valenciana auch vom Klavier aus – eine Technik, die als Play-Conducting bekannt ist.
Die technische Herausforderung, gleichzeitig zu dirigieren und zu spielen 🎹
Das Play-Conducting erfordert eine millimetergenaue Synchronisation. Perianes muss sein eigenes Fingerspiel mit den Einsätzen jedes Orchesterabschnitts koordinieren, ohne die Hilfe eines externen Dirigenten. Dies setzt eine tiefgehende Kenntnis der Partitur und eine ständige nonverbale Kommunikation mit den Musikern voraus. Für diese Aufnahme wurde eine spezifische Anordnung des Orchesters auf der Bühne gewählt, die die Akustik des Saals optimiert und dem Klavier ermöglicht, als zentrale Achse der Klangführung zu fungieren.
Die Odyssee, sein eigener Chef auf der Bühne zu sein 🎭
Stellen Sie sich vor, Sie müssten sechzig Musikern Anweisungen geben, während Sie versuchen, sich mit den Fingern nicht zu vertun. Das ist Play-Conducting: Multitasking in Reinform. Perianes wird zu einem Dirigenten, der statt eines Taktstocks die Tasten verwendet. Wenn etwas schiefgeht, kann er niemand anderem die Schuld geben als sich selbst. Gut, dass es keinen Spiegel am Notenständer gibt, sonst würde er sich am Ende mit seinem eigenen Spiegelbild streiten, weil es nicht rechtzeitig einsetzt.