Japan reformiert Strafrevision nach vierundvierzig Jahren Ungerechtigkeit

16. May 2026 Veröffentlicht | Aus dem Spanischen übersetzt

Die japanische Regierung plant, am 15. Mai einen Gesetzesentwurf zur Reform des Systems der Überprüfung von Strafprozessen zu verabschieden. Die Initiative folgt auf den Fall von Iwao Hakamada, der 2024 nach 44 Jahren in der Todeszelle für unschuldig erklärt wurde. Der Entwurf zielt darauf ab, die Anforderungen zu verschärfen, unter denen die Staatsanwaltschaft Berufung gegen die Wiederaufnahme von Verfahren einlegen kann, und verlangt die Veröffentlichung der Gründe für solche Berufungen.

Szene eines japanischen Gerichtssaals: Richter schlägt mit Hammer auf die Akte von Iwao Hakamada, mit einem Kalender, der 2024 anzeigt, und Schatten von 44 Jahren hinter Gittern.

Justiztechnologie: Transparenz bei Berufungen ⚖️

Der endgültige Entwurf führt technische Änderungen im rechtlichen Verfahren ein. Nun wird verlangt, dass die Staatsanwaltschaft die Gründe für ihre Berufungen vor höheren Gerichten und dem Obersten Gerichtshof veröffentlicht – ein Mechanismus, der die Intransparenz verringern soll. Zudem werden die Anforderungen für die Anfechtung von Entscheidungen zur Wiederaufnahme von Verfahren verschärft, wodurch das Ermessen der Anklagebehörde eingeschränkt wird. Diese verfahrenstechnische Anpassung soll Verzögerungen wie im Fall Hakamada verhindern, bei dem die Überprüfung Jahrzehnte dauerte.

Japanische Staatsanwaltschaft: Jetzt heißt es erklären 📝

Nach 44 Jahren entdeckt die japanische Staatsanwaltschaft, dass Berufung ohne Angabe von Gründen keine Option mehr ist. Der neue Entwurf verlangt von ihnen, das Schreiben mit den Gründen vorzulegen, bevor sie Rechtsmittel einlegen, als wäre es eine ärztliche Bescheinigung für das Fernbleiben von der Arbeit. Wenigstens muss jetzt, wenn ein Staatsanwalt darauf besteht, jemanden in der Todeszelle zu halten, schriftlich begründet werden, warum. Wer weiß, vielleicht benutzen sie sogar einen Kugelschreiber.