Mitbegründer von Gainax und Regisseur ihres ersten Spielfilms, Hiroyuki Yamaga, schuf eine künstlerische Vision, die auf technischer Glaubwürdigkeit basiert, eingebettet in die Tropen des Anime. Sein Debütfilm, Die Flügel von Honneamise, lehnt einfachen Heroismus ab und konzentriert sich stattdessen auf soziale und politische Mittelmäßigkeit als Antrieb eines Weltraumabenteuers.
Technische Glaubwürdigkeit und Raketen aus Papier 🚀
Yamaga priorisierte physikalischen Realismus über leere Spektakel. Jedes Bedienfeld und jede Startphase in Honneamise wurde mit Luft- und Raumfahrtberatern entworfen, wobei magische Effekte vermieden wurden. Das Ergebnis ist eine Startsequenz, in der Schweiß und Bürokratie schwerer wiegen als Superkräfte. Es gibt keine narrativen Abkürzungen: Der Protagonist ist ein unfähiger Mensch, der stolpernd ins All gelangt. Dieser technische Ehrgeiz, weit davon entfernt, Staunen zu erregen, porträtiert die reale Anstrengung einer Gesellschaft, die kaum versteht, was sie baut.
Der Held, der nicht einmal seine Schnürsenkel binden konnte 👟
Shirotsugh, der Pilot von Honneamise, ist weder ein Auserwählter noch ein Genie. Er ist ein Verlierer, der der Raumstreitmacht beitritt, weil er keine andere Wahl hat. Yamaga zeigt ihn, wie er bei Prüfungen durchfällt, mit Bürokraten streitet und sich in ein religiöses Mädchen verliebt, das ihn ignoriert. Am Ende, wenn er abhebt, weiß man nicht, ob man jubeln oder beten soll, dass er nicht explodiert. So ist Yamagas Realismus: eine Rakete, die trotz ihrer Besatzung funktioniert, nicht dank ihr.