Hayao Miyazaki, Mitbegründer von Studio Ghibli und Oscar-Preisträger für Chihiros Reise ins Zauberland, ist der bekannteste Anime-Regisseur des Planeten. Seine von Hand gezeichneten Filme, mit einer Geduld, die jede Render-Farm zur Weißglut bringen würde, verteidigen Humanismus, Umweltschutz und Feminismus. In seinen magischen Welten ist jeder Grashalm und jede dampfende Ramen-Schüssel ein Liebesakt zum Detail, mit diesen Momenten der Ruhe, die die Japaner Ma nennen und die wir Atempause im ganzen digitalen Chaos nennen.
Analoge Animation als technologischer Widerstand 🎨
Miyazaki benutzt CGI nicht als Krücke. Sein Team zeichnet Bild für Bild, mit einer Besessenheit, die einen Schweizer Uhrmacher erblassen ließe. In Prinzessin Mononoke erforderten die animierten Wälder Schichten von Aquarell und Bleistift, die kein Algorithmus nachbilden kann. Das wandelnde Schloss, mit seinen unmöglichen Zahnrädern, bewegte sich dank tausender manueller Korrekturen. Dieser Prozess ist langsam, teuer und altmodisch, erzeugt aber eine visuelle Textur, die 3D noch nicht vortäuschen kann. Studio Ghibli zeigt, dass Technologie nicht das Ziel ist, sondern ein Werkzeug, das manchmal überflüssig ist.
Was passiert, wenn Miyazaki ein Tablet sieht ✏️
Die Legende besagt, dass Miyazaki einen Lehrling ein Grafiktablett benutzen sah und fast einen Herzinfarkt bekam. Der Meister bevorzugt seine Stifte und Papiere, auch wenn das bedeutet, dass eine Szene, in der Totoro die Ohren bewegt, drei Wochen dauert. Während wir im Westen Filme mit Motion Capture und Greenscreen-Schauspielern machen, zeichnet er weiterhin Wolken mit Aquarell. Und dann gewinnt er einen Oscar gegen uns. Also, meine Herren aus der Industrie, vielleicht ist die Zukunft nicht digital, sondern ein älterer Herr mit grauen Haaren und einem mit Kaffee befleckten Pinsel.