Ryūsuke Hamaguchi präsentiert in Cannes All of a Sudden, einen über dreistündigen Film, der die Krise des Kapitalismus, die Kunst als Zuflucht und die Philosophie der Humanitude miteinander verwebt. Die Handlung folgt der Leiterin eines Altenheims in Paris und einer japanischen Dramatikerin mit terminalem Krebs und erforscht ihre Verbindung sowie die Notwendigkeit, die Gesellschaft neu zu denken – ausgehend von Fürsorge und Würde.
Humanitude und Kamera: Hamaguchis Methode, Fürsorge zu filmen 🎥
Hamaguchi wendet hier seine Besessenheit von langen Dialogen und der Beobachtung des Alltäglichen an, ergänzt jedoch erstmals Dreharbeiten an Pariser Außenschauplätzen. Der Film stützt sich auf die Philosophie der Humanitude, ein Modell der Altenpflege, das die menschliche Verbindung über die Effizienz stellt. Technisch gesehen verwendet der Regisseur feste Einstellungen und langsame Kamerafahrten, um minimale Gesten einzufangen, während Umgebungsgeräusche und Stille den Rhythmus bestimmen. Es gibt keine Künstlichkeit.
Drei Stunden Filmmaterial und du weißt nicht, was du essen sollst 🍿
Ja, drei Stunden. Hamaguchi stellt deine Blase und deine Geduld erneut auf die Probe mit Einstellungen, die so lange dauern wie eine schwere Verdauung. Aber Vorsicht, hier gibt es keine Autos oder mysteriösen Wälder: Du musst älteren Damen im Rollstuhl zusehen, während eine todkranke Dramatikerin philosophische Perlen fallen lässt. Ideal, wenn du das Gefühl haben willst, dass dein Arbeitsleben weniger chaotisch ist als ein Pariser Altenheim.