Bei den Filmfestspielen von Cannes gewann der Film Everytime von Sandra Wollner den Prix Un Certain Regard. Der Wettbewerb zeichnete sich durch Erzählungen aus, die die Mutter-Kind-Bindung und das Verschwinden junger Mädchen erkunden, und behandelte tiefgründige Themen sowie aktuelle gesellschaftliche Anliegen, die in der Branche stark nachhallen.
Film als Motor narrativer Innovation 🎬
Der Film verwendet eine nichtlineare Struktur und Plansequenzen, um den Zuschauer in die Angst des Verlusts einzutauchen. Wollner wendet digitale Montagetechniken an, die die Zeit fragmentieren und die emotionale Entfremdung der Figuren widerspiegeln. Dieser technische Ansatz, unterstützt durch ein atmosphärisches Sounddesign, schafft ein immersives Erlebnis, das über das konventionelle Drama hinausgeht und Fragen zu Erinnerung und Identität aufwirft.
Spoiler: Mütter haben keine Superkräfte 😅
Denn klar, wenn uns Cannes eines gelehrt hat, dann, dass Muttersein nicht bedeutet, Röntgenblick zu haben, um die verschwundene Tochter zu orten. In Everytime sucht die Protagonistin ohne Karten oder GPS, nur mit der Hoffnung auf einen emotionalen Algorithmus, der öfter versagt als das WLAN auf einem Filmfestival. Am Ende stellt sich heraus, dass das wahre Rätsel nicht ist, wo die Mädchen sind, sondern wie es die Mütter schaffen, nicht den Verstand zu verlieren, während die Kamera sie in Echtzeit verfolgt.