Yoshio Narimatsu, Stadtrat von Yatsushiro und ehemaliger Sumo-Ringer, wurde festgenommen, weil er ein Bestechungsgeld in Höhe von 60 Millionen Yen im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Rathauses angenommen haben soll. Sechsmal in Folge wiedergewählt, erreichte er den Vorsitz des Stadtrats und führte die Fraktion der Liberaldemokratischen Partei. Sein autoritäres und nötigendes Verhalten gegenüber Gemeindemitarbeitern verbreitete Angst in der lokalen Verwaltung, wo sein Einfluss über Jahre hinweg unangefochten blieb.
Öffentliche Vergabesysteme und die Anfälligkeit für politischen Einfluss 🏛️
Ausschreibungsverfahren in japanischen Gemeinden umfassen in der Regel Transparenzmechanismen wie die Veröffentlichung von Ausschreibungsunterlagen und die Bewertung durch technische Ausschüsse. Fälle wie dieser offenbaren jedoch Risse, wenn ein Politiker mit langjähriger Macht Beamte unter Druck setzt, um bestimmte Auftragnehmer zu bevorzugen. Der Mangel an Rotation in Schlüsselpositionen und die Kultur der hierarchischen Loyalität ermöglichen es, dass technische Entscheidungen durch persönliche Interessen außer Kraft gesetzt werden, was den Zweck des offenen Wettbewerbs untergräbt.
Vom Sumo-Ring in den politischen Ring: Bestechungsgriffe 🤼
Narimatsu wechselte vom Werfen von Gegnern im Dohyō zum gezielten Vergeben von Millionenprojekten. Wenn im Sumo der Yokozuna Respekt einflößt, flößte er im Stadtrat Angst ein. Der Unterschied ist, dass im Ring die Kampfrichter Regelverstöße ahnden, während sich im Rathaus niemand traute, ihn zu stoppen, bis die Staatsanwaltschaft ihm einen direkten Yorikiri in die Zelle verpasste. Wenigstens sind seine Griffe jetzt Handschellen, keine Verträge.