Die 3D-Technologie bietet dem Denkmalrestaurator ein präzises Werkzeug, um beschädigte Elemente zu dokumentieren, zu analysieren und zu replizieren, bevor sie berührt werden. Ein klares Beispiel ist die Rekonstruktion eines erodierten Barockgesimses: Das Originalteil wird gescannt, der fehlende Teil mit Software modelliert und eine exakte Form zum Gießen in Harz oder Mörtel gedruckt. Benötigte Programme: RealityCapture für die Fotogrammetrie, Blender oder ZBrush für die Modellierung und PrusaSlicer zur Vorbereitung des Drucks.
Fotogrammetrie und Modellierung: das Tandem des digitalen Restaurators 🏛️
Der Prozess beginnt mit der Aufnahme von 50 bis 200 Fotos des Objekts aus allen Winkeln, mit einer Spiegelreflexkamera oder sogar einem Handy mit guter Auflösung. RealityCapture verarbeitet diese Bilder und generiert eine Punktwolke, die in ein 3D-Netz umgewandelt wird. Anschließend werden in Blender Lücken gefüllt oder verlorene Bereiche basierend auf Symmetrien oder historischen Referenzen rekonstruiert. Die endgültige Datei wird als STL exportiert, um in Harz oder PLA gedruckt zu werden, wodurch Teile entstehen, die mit einer Toleranz von 0,1 mm passen, ohne dass Meißel oder Gips benötigt werden.
Wenn die Software mehr weint als der ursprüngliche Steinmetz 😅
Das Lustige ist, dass der Restaurator jetzt mehr Zeit damit verbringt, mit der Lizenz von RealityCapture zu kämpfen, als Stein zu meißeln. Du setzt dich hin, um ein Kapitell aus dem 17. Jahrhundert zu scannen, und das Programm sagt dir, dass du 8 GB zusätzlichen RAM brauchst. Beim Modellieren stürzt Blender dann ab, weil das Netz zu viele Dreiecke hat. Am Ende markiert dir der Laserscanner einen Riss, den nicht einmal das Auge des Architekten gesehen hat, und du druckst eine Stütze, die wie eine riesige Zahnprothese aussieht. Aber das Ergebnis ist so genau, dass sogar der Heilige an der Fassade dankbar zu sein scheint.