Die neue Apple TV+-Serie Margo´s Got Money Troubles mit Elle Fanning in der Hauptrolle nähert sich dem Thema Sexarbeit aus einer im Fernsehen seltenen Perspektive: ohne Urteile oder Stigmata. Fanning spielt Margo Millet, eine Studentin und alleinerziehende Mutter, die auf OnlyFans zurückgreift, um ihren Sohn zu versorgen. Weit entfernt von sensationalistischem Drama konzentriert sich die Produktion auf die materiellen und emotionalen Schwierigkeiten ihrer Protagonistin und bietet ein realistisches und menschliches Porträt einer Realität, die auf dem Bildschirm oft karikiert oder verurteilt wird.
Die technische Entwicklung hinter einer ungefilterten Erzählweise 🎬
Die Serie, die auf dem gleichnamigen Roman von R.J. Jacobs basiert, verwendet eine visuelle Erzählweise, die Sensationslust vermeidet. Die Einstellungen von Margo beim Aufnehmen von Inhalten sind funktional und alltäglich, fast dokumentarisch, und vermeiden eine glamouröse oder pornografische Ästhetik. Die künstlerische Leitung konzentriert sich auf kleine, unordentliche Räume, die die wirtschaftliche Prekarität widerspiegeln. Das Drehbuch, geschrieben von David E. Kelley und Georgia Pritchett, balanciert Drama mit Momenten trockener Komödie und ermöglicht es dem zentralen Thema, sich ohne erklärende oder moralisierende Dialoge zu entfalten.
OnlyFans, um die Kita zu bezahlen: die neue Care-Ökonomie 💸
Wenn in den 90ern eine alleinerziehende Mutter im Fernsehen Tupperware verkaufte, muss man heute sich selbst verkaufen. Margo entdeckt, dass ihr Körper, bequem verpixelt, mehr einbringt als ihr Kellnerinnen-Gehalt. Das Beste ist, dass die Serie sich selbst nicht zu ernst nimmt: Es gibt eine Szene, in der die Protagonistin berechnet, wie viele Abonnenten sie braucht, um Windeln zu kaufen, und das Ergebnis ist eine Zahl, die jeden Wirtschaftswissenschaftler zum Weinen bringen würde. Margos Baby muss sich zumindest keine Sorgen um die Inflation machen, sondern nur darum, ob Mama die 500 Follower erreicht, um die Säuglingsnahrung zu bezahlen.