Das Teatro Real begleicht eine historische Schuld mit der Oper Romeo und Julia von Charles-François Gounod, einem Titel, der seit 1911 nicht mehr auf seiner Bühne stand. Joan Matabosch, künstlerischer Leiter, bezeichnet dieses mehr als ein Jahrhundert währende Fehlen für ein so populäres Werk als überraschend. Die Produktion, in 13 Aufführungen vom 27. Mai bis 13. Juni, ist eine Koproduktion mit der Opéra national de Paris.
Beleuchtung und Bühnenbild für einen Klassiker des 19. Jahrhunderts 🎭
Die Regie führt Thomas Jolly, bekannt für seine Arbeit an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024 in Paris. Der szenische Ansatz kombiniert traditionelle Elemente mit modernster LED-Beleuchtungstechnologie und schafft Atmosphären, die an das Renaissance-Verona erinnern, ohne in Effekthascherei zu verfallen. Das an die Akustik des Madrider Kolosseums angepasste Sounddesign verstärkt die Orchestertexturen von Gounod.
Verona, 1911: Das letzte Mal, dass Romeo nach Mottenkugeln roch 🏰
Die letzte Aufführung im Jahr 1911 fand in einem Madrid statt, das weder Radio noch Tonfilm kannte. Die Zuschauer von damals applaudierten wahrscheinlich mit Handschuhen und Hut. Nun, 114 Jahre später, kann das Publikum überprüfen, ob die jugendliche Liebe der Capulets und Montagues immer noch so einträglich ist wie die jeder Jugend-Serie im Streaming. Allerdings ohne Spoiler: Wir alle wissen, wie es endet.