Die singende Maus, die mit einem Luftsack wie ein Vogel pfeift

12. May 2026 Veröffentlicht | Aus dem Spanischen übersetzt

Eine Studie der Universität Lausanne und der Universität von Texas in Austin hat den Mechanismus hinter den Pfeiftönen der Alston-Singmaus enthüllt. Dieses kleine Nagetier aus Mittelamerika gibt etwa 10 Sekunden lange Gesänge mit rund 100 Tönen von sich, eine ungewöhnliche stimmliche Komplexität. Der Schlüssel liegt in einem aufblasbaren Luftsack in ihrem Kehlkopf, der es ihr ermöglicht, diese melodiösen Klänge zur Balz und zur Revierverteidigung zu erzeugen.

Eine Alston-Singmaus mit aufblasbarem Luftsack im Kehlkopf pfeift Melodien, während sie in den Wald blickt.

Spitzenforschung: Ein Mikrofon im Kehlkopf 🎤

Die Forscher platzierten winzige Mikrofone im Kehlkopf der Maus und führten Hochgeschwindigkeits-Tomographien durch. Sie entdeckten, dass sich ein Luftsack mit jedem Atemzug aufbläst und entleert und wie ein Resonanzkörper wirkt. Im Gegensatz zu anderen Nagetieren, die einfache Quietschlaute von sich geben, kontrolliert diese Maus den Luftstrom, um Frequenzen und Rhythmen zu modulieren. Die in Current Biology veröffentlichte Studie legt nahe, dass dieser Mechanismus analog zu dem einiger Vögel und Amphibien ist, was Fragen zur Evolution der stimmlichen Kommunikation bei Säugetieren aufwirft.

Der neue Künstler des Waldes? Verlange keine Zugabe von ihm 🐭

Auch wenn es sich wie ein experimentelles Jazzkonzert anhört, hat die Singmaus nur ein Repertoire an Pfeiftönen zum Anbandeln oder zum Vertreiben von Nachbarn. Keine zehnminütigen Liebesballaden: Mit zehn Sekunden schneller Töne erfüllt sie bereits ihren Zweck. Falls du eines Tages siehst, wie eine ihr Kehlkopfsäckchen aufbläst, erwarte keine Zugabe. Wahrscheinlich ist sie mehr daran interessiert, deinen Samen zu stehlen, als eine Welttournee zu machen.