Das Museo del Prado präsentiert eine Ausstellung, die in den letzten sechs Jahren beispiellose Konservierungsarbeit erforderte. Einundzwanzig Stücke wurden restauriert, darunter der Altar des heiligen Markus und des heiligen Anianus aus der Seo de Manresa und das Polyptychon der Madonna mit der Milch aus der Kathedrale von Córdoba. Der Kurator Joan Molina leitete über drei Jahre lang ein Team von Spezialisten, um den italienischen Einfluss auf die spanische Gotik zu zeigen.
Restaurierungstechniken und digitale Analyse in der Ausstellung 🎨
Das Team setzte Röntgenaufnahmen, Infrarotreflektografie und stratigraphische Analysen ein, um jede Farb- und Firnisschicht zu dokumentieren. Übermalungen und strukturelle Schäden an Holzträgern wurden identifiziert und historische Verformungen korrigiert. Die Reinigung mit Laser und selektiven Lösungsmitteln ermöglichte die Wiederherstellung der Originalfarben, ohne die Malschichten zu beschädigen. Der Prozess umfasste die chromatische Reintegration von Fehlstellen mit reversibler Aquarellfarbe nach Kriterien minimaler Intervention. Jedes Stück wurde hochauflösend fotografiert, um ein digitales Archiv zu schaffen, das Forschern zugänglich ist.
Restauratoren: Die Leidtragenden der Gotik 🛠️
Während die Kuratoren von italienischen Einflüssen und erneuerten Visionen sprechen, schwitzten die Restauratoren Blut und Wasser, damit ein Heiliger keinen Finger verlor oder eine Jungfrau nicht wie ein Dalí-Gemälde aussah. Zwischen Pinsel und Skalpell diskutierten sie, ob eine Übermalung aus dem 18. Jahrhundert Kunst oder schlichte Schikane war. Am Ende gelang es ihnen, dass der Altar von Manresa nicht wie ein schlecht gelöstes Puzzle aussah. Die Gotik gewinnt immer, aber sie zahlen die Zeche.