Das Manuskript von Sibiu: Raketen aus dem sechzehnten Jahrhundert in 3D nachgebildet

12. May 2026 Veröffentlicht | Aus dem Spanischen übersetzt

Im 16. Jahrhundert, während Europa über Theologie debattierte, verfasste ein Militäringenieur namens Conrad Haas eine Abhandlung, die dreistufige Flüssigtreibstoffraketen beschrieb. Das 1961 wiederentdeckte Hermannstädter Manuskript (Sibiu-Manuskript) nahm das Weltraumzeitalter um mehr als 400 Jahre vorweg. Heute ermöglicht die digitale Archäologie die Wiederherstellung dieser Entwürfe mittels Fotogrammetrie und 3D-Modellierung und offenbart die erstaunliche technische Präzision eines seiner Zeit vorausgeeilten Visionärs.

3D-Rekonstruktion der dreistufigen Rakete von Conrad Haas, Hermannstädter Manuskript 16. Jahrhundert

Fotogrammetrie angewandt auf Folios des 16. Jahrhunderts 🚀

Der Digitalisierungsprozess des Hermannstädter Manuskripts erfordert einen sorgfältigen Arbeitsablauf. Zuerst werden hochauflösende Bilder jedes Folios mit kontrolliertem Licht aufgenommen, um Reflexionen auf dem gealterten Pergament zu vermeiden. Anschließend verarbeitet die Fotogrammetrie-Software die Bilder, um dreidimensionale Netze zu erzeugen, die die Textur des Papiers, die Spuren der Eisengallustinte und die Falten der Zeit bewahren. Basierend auf diesen Daten rekonstruieren erfahrene Modellierer Haas' Skizzen in 3D-Umgebungen und weisen virtuelle Materialien zu, die Holz, Metall und die im Text beschriebenen chemischen Verbindungen simulieren. Das Ergebnis ermöglicht es, jede Stufe der Rakete zu drehen, zu skalieren und zu zerlegen, was die Strukturanalyse und die Validierung ihrer aerodynamischen Machbarkeit erleichtert.

Das Vermächtnis eines Pioniers ohne Raketen 🔭

Conrad Haas baute seine Maschinen nicht, aber sein Manuskript überlebt als Brücke zwischen Alchemie und moderner Ingenieurskunst. Die Nachbildung seiner Entwürfe in 3D bewahrt nicht nur ein fragiles Dokument, sondern ermöglicht es Forschern, virtuelle Verbrennungen und Flugbahnen zu simulieren. Jedes Rendering ist eine Hommage an die menschliche Vorstellungskraft und zeigt, dass Technologie nicht immer linear fortschreitet: Manchmal wartet sie jahrhundertelang, versteckt in einem verstaubten Buch.

Wie wurden die Herausforderungen bei der Interpretation der technischen Anmerkungen des Hermannstädter Manuskripts gelöst, um die Raketen von Conrad Haas in 3D zu modellieren, unter Berücksichtigung der Materialbeschränkungen und der Physik des 16. Jahrhunderts?

(PS: und denk dran: wenn du keinen Knochen findest, kannst du ihn immer selbst modellieren)