Archivare stehen vor zerbrechlichen Dokumenten, alten Plänen und Objekten, die sie nicht berühren können, ohne sie zu beschädigen. Die 3D-Technologie ermöglicht die Digitalisierung dieser Materialien ohne physischen Kontakt und erstellt virtuelle Kopien, die von überall aus eingesehen werden können. Ein klares Beispiel ist die virtuelle Restaurierung einer Karte aus dem 18. Jahrhundert, die bei Berührung zerfiel. Zu den benötigten Programmen gehören Agisoft Metashape für die Fotogrammetrie, Blender zur Bereinigung des Netzes und Sketchfab zur Veröffentlichung des Modells online.
Fotogrammetrie und Laserscanning für einen digitalen, berührungslosen Prozess 🖨️
Die Erfassung erfolgt mit zwei Hauptmethoden. Die Fotogrammetrie verwendet zwischen 50 und 200 Fotos aus verschiedenen Winkeln, die von einer Software wie RealityCapture oder Meshroom verarbeitet werden, um eine Punktwolke zu erzeugen. Das Laserscanning mit Geräten wie dem Artec Leo oder dem Einscan Pro 2X projiziert strukturiertes Licht auf das Objekt und erfasst jeden Millimeter. Beide Systeme exportieren OBJ- oder PLY-Dateien, die in Blender optimiert werden, indem die Polygonanzahl reduziert wird, ohne historische Details zu verlieren. Das Ergebnis ist ein digitaler Zwilling, der vermessen, gedreht und studiert werden kann, ohne die Vitrine öffnen zu müssen.
Abschied vom verschütteten Kaffee auf der Bischofsakte ☕
Früher, wenn ein tollpatschiger Praktikant seine Tasse über das Testament des Grafen kippte, weinte der Archivar, rief den Restaurator und betete drei Ave-Maria. Heute, da das 3D-Modell in der Cloud gespeichert ist, besteht das größte Risiko darin, dass ein Hacker aus purer Bosheit die Datei löscht. Und natürlich gibt es auch den Trost, dass das Original weiterhin im Tresor liegt, während die Studenten das digitale Duplikat konsultieren und den Bildschirm mit Pommes frites verschmutzen. Der Beruf hat sich verändert: Jetzt schützen wir die Dokumente der Menschheit, aber vor allem vor der Menschheit selbst.