Das Kathedralenschiff: 3D-Archäologie zur Rettung eines andalusischen Schiffs

04. May 2026 Publicado | Traducido del español

Vor 45 Jahren legten die Bauarbeiten der U-Bahn unter dem Untergrund von Sevilla ein jahrtausendealtes Geheimnis frei: die Überreste eines andalusischen Schiffes aus dem 11.-12. Jahrhundert. Nun wendet ein Forscherteam modernste 3D-Technologie an, um es digital zu rekonstruieren. Das vom Archäologischen Museum Sevilla geleitete Projekt soll die Geheimnisse des islamischen Schiffbaus lüften, ohne die fragilen Originalhölzer zu berühren, und uns in den Handel und die Schifffahrt von Al-Andalus eintauchen lassen.

Digitale 3D-Rekonstruktion eines andalusischen Schiffes aus dem 11. Jahrhundert, das in Sevilla bei U-Bahn-Bauarbeiten gefunden wurde

Fotogrammetrie und Laserscanning: Die digitale Autopsie des Holzes 🛠️

Der Digitalisierungsprozess des sogenannten Barco de la Catedral (Schiff der Kathedrale) kombiniert zwei grundlegende Techniken. Erstens die hochauflösende Fotogrammetrie, die hunderte konvergierende Bilder aufnimmt, um eine texturierte Punktwolke mit millimetergenauer Präzision zu erzeugen. Anschließend wird 3D-Laserscanning eingesetzt, um die Geometrie der komplexeren Teile wie Spanten und Kiel zu erfassen. Dieser digitale Zwilling ermöglicht es den Schiffsarchäologen, die Struktur virtuell zu durchschneiden, die Kupfer- und Holzverbindungen zu analysieren und sogar das hydrodynamische Verhalten des Rumpfes zu simulieren. Im Gegensatz zur physischen Handhabung erlaubt das 3D-Modell die Untersuchung der Klinkerbauweise und der Plankenmontage, ohne den Verfall der Überreste zu beschleunigen, die aus einer Zeit stammen, als Sevilla ein Handelszentrum des Kalifats war. Die Forscher vergleichen diesen Fall bereits mit der digitalen Rekonstruktion des Wracks von Uluburun und betonen, dass das andalusische Holz einzigartige Daten zur Entwicklung der Nao Latina (lateinisches Segelschiff) liefert.

Eine virtuelle Brücke zwischen Museum und Publikum 🌐

Über die technische Analyse hinaus stellt das Projekt eine Revolution in der Vermittlung des Kulturerbes dar. Das 3D-Modell wird es ermöglichen, ein immersives Erlebnis zu schaffen, bei dem der Besucher des Archäologischen Museums Sevilla virtuell über das Deck navigieren, die simulierte Ladung von Amphoren und Waren betrachten und das Schiff sogar Stück für Stück zerlegen kann, um seinen Zusammenbau zu verstehen. Diese digitale Zugänglichkeit demokratisiert nicht nur das Wissen, sondern gewährleistet auch die Bewahrung des fragilen Erbes. Wie die Archäologen des Projekts betonen, fungiert die 3D-Technologie wie eine digitale Arche Noah, die die Erinnerung an den andalusischen Schiffbau für zukünftige Generationen bewahrt, während die Welt zusieht, wie Wissenschaft und Geschichte gemeinsam in die Vergangenheit segeln.

Welche spezifischen technischen Herausforderungen stellt die 3D-Digitalisierung eines fragmentierten andalusischen Schiffes, das jahrhundertelang unter der Stadtlandschaft Sevillas begraben lag?

(PS: Wenn du an einer Ausgrabungsstätte gräbst und einen USB-Stick findest, schließe ihn nicht an: Es könnte Malware der Römer sein.)