Der Einsturz einer riesigen LED-Wand unter Windböen hat die Debatte über die Integrität temporärer Strukturen neu entfacht. In diesem Fall beschränkte sich das Forensikteam nicht darauf, die Überreste zu beobachten; es implementierte eine Reverse-Engineering-Methodik, die 3D-Scanning, Dickenprüfung und Computersimulation kombiniert. Das Hauptziel war festzustellen, ob das gelieferte Material den Konstruktionsspezifikationen entsprach oder ob eine Maßabweichung zur Ermüdung und zum katastrophalen Versagen führte.
Trümmeraufnahme und Dickenprüfung 🔍
Der Prozess begann mit dem Scannen der eingestürzten Strukturprofile mit einem hochpräzisen Handscanner. Die erfassten Daten wurden in Artec Studio verarbeitet, um ein sauberes, mit der ursprünglichen Geometrie ausgerichtetes Netz zu erzeugen. Anschließend wurde diese Punktwolke in Geomagic Control X importiert, um eine vergleichende Dimensionsanalyse durchzuführen. Das Werkzeug ermöglichte den Vergleich der tatsächlichen Dicke von Blechen und Rohren mit den Werkstattplänen und identifizierte Bereiche, in denen die Stärke unter dem Nennwert lag. Diese Abweichungen wurden als kritische Punkte für das Strukturmodell markiert. Anschließend wurde das Gerüst in Tekla Structures unter Einbeziehung der tatsächlichen Messwerte rekonstruiert, um die genaue strukturelle Schwäche widerzuspiegeln, die die Wand vor dem Einsturz aufwies.
Windsimulation und Gutachten zum Versagen 💨
Mit dem fertigen realistischen Geometriemodell wurde in Ansys Fluent eine Simulation der numerischen Strömungsmechanik (CFD) durchgeführt. Die am Unfallort aufgezeichneten Windbedingungen, einschließlich Böen und städtischer Turbulenzen, wurden definiert. Die Ergebnisse zeigten, dass der auf die Wand ausgeübte Druck die Tragfähigkeit der Verankerungspunkte überstieg, insbesondere an den Verbindungen mit unzureichender Dicke. Die Schlussfolgerung war klar: Das Versagen war nicht auf ein extremes Wetterereignis zurückzuführen, sondern auf eine fatale Kombination aus unzureichendem Material und einer falsch berechneten Windlast in der Entwurfsphase.
Ist es möglich, die Wind-Struktur-Interaktion einer temporären LED-Wand mittels CFD präzise zu modellieren, um ihren Einsturz vorherzusagen, ohne die Böen in einem physischen Windkanal skalieren zu müssen?
(PS: Einen Einsturz zu simulieren ist einfach. Schwierig ist, dass das Programm nicht abstürzt.)