Die traditionelle Gastronomiekritik ist auf den Gaumen und das sensorische Gedächtnis angewiesen. Die 3D-Technologie ermöglicht es dem Kritiker, jedes Gericht millimetergenau zu dokumentieren. Ein 3D-Scanner erfasst exakte Textur, Volumen und Farbe, während die digitale Modellierung Details enthüllt, die mit bloßem Auge unsichtbar sind, wie die Verteilung der Zutaten oder die Porosität eines Schaums.
Scan und digitale Analyse der Molekularküche 🍽️
Der Prozess beginnt mit einem Scanner wie dem Einscan Pro 2X, um die Geometrie des Gerichts zu erfassen. Anschließend wird in Blender oder ZBrush die Struktur von Sphärifikationen oder Gelen analysiert. Ein Programm wie MeshLab ermöglicht es, Volumen zu messen und innere Blasen in einem Soufflé zu erkennen. Der Kritiker kann das theoretische Rezept mit der tatsächlichen Ausführung vergleichen und Gar- oder Anrichtefehler aufdecken, die dem menschlichen Auge entgehen.
Wenn der digitale Kritiker entdeckt, dass der Koch industrielle Gelatine verwendet 😱
Der 3D-Scanner enthüllte, dass der hausgemachte Flan ein verdächtig gleichmäßiges Blasennetzwerk aufwies. Nach der Messung der Dichte bestätigte der Kritiker, dass es sich nicht um handwerkliche Agar-Gelatine handelte, sondern um Pulver aus der Tüte. Der Koch, als er entdeckt wurde, behauptete, es sei eine Hommage an die Molekularküche aus dem Supermarkt. Wenigstens sah das 3D-Modell für Instagram hübsch aus.