Timothy Cain, Mitschöpfer von Fallout, hat auf ein wachsendes Problem in der Spielergemeinschaft hingewiesen: den Mangel an eigenem Urteilsvermögen. In einem kürzlich veröffentlichten Video stellt Cain fest, dass viele Spieler sich keine eigenen Meinungen mehr über Videospiele bilden, sondern stattdessen die von Influencern oder öffentlichen Persönlichkeiten übernehmen. Seiner Ansicht nach wirkt sich dieser Trend auf die Gestaltung heutiger Spiele aus.
Spieleentwicklung priorisiert den viralen Clip über das Gameplay 🎮
Cain erklärt, dass Entwickler ihre Prozesse angepasst haben, um Momente zu schaffen, die für Plattformen wie YouTube oder Twitch gemacht sind. Dies bedeutet, dass auffällige Zwischensequenzen, spektakuläre Explosionen oder kurze, eindrucksvolle Sequenzen priorisiert werden, während tiefgründige Mechaniken oder ruhige Erzählungen geopfert werden. Das Design, so der Veteran, sei dem Verfassen einzelner Sätze für soziale Medien ähnlich geworden, bei dem die unmittelbare Wirkung wichtiger ist als das Gesamterlebnis.
Die eigene Meinung: Das DLC, das niemand kauft 🤔
Kurzum, es stellt sich heraus, dass eigenständiges Denken eine ebenso mühsame Aufgabe ist, wie ein Dark Souls ohne Anleitung durchzuspielen. Wir ziehen es vor, das mentale Abonnement für einen Streamer zu bezahlen, der uns sagt, ob ein Spiel gut oder schlecht ist, während der Entwickler alle zehn Sekunden Explosionen einbaut, damit du dich nicht langweilst und das Video wechselst. Letztendlich ist das eigene Urteilsvermögen wie dieser Day-One-Patch, den man nie fertig herunterlädt.