Olivie Blake, Autorin von Der Atlas Sechs, wagt den Sprung zum Comic mit einer Graphic Novel, die mit einer so einfachen wie effektiven Prämisse beginnt: Der Teufel versteckt sich nicht, er beantragt einen Bibliotheksausweis. Die Geschichte folgt Clara, einer jugendlichen Bibliothekarin, die zwischen einem distanzierten Freund und einer ambivalenten Freundschaft gefangen ist, bis der leibhaftige Teufel in die Stadt kommt und beginnt, alle zu versuchen. Das Drehbuch ist direkt, verspielt und anspruchslos, unterstützt durch den ausdrucksstarken Strich von Little Chimura.
Die Kunst des Geschichtenerzählens: vom Drehbuch zum digitalen Storyboard 📖
Blakes Übergang zum Comic ist kein Zufall: Ihr Drehbuch nutzt die visuelle Unmittelbarkeit des Mediums, um Spannung aufzubauen, ohne Dialoge zu überfrachten. Little Chimura, Spezialist für Porträts, verwendet klare Linien und sehr ausgeprägte Gesichtsausdrücke, die den Leser durch Claras emotionale Konflikte führen. Die kalte Farbpalette kontrastiert mit den roten Blitzen des Teufels, ein technisches Mittel, das die Dualität zwischen dem Alltäglichen und dem Übernatürlichen verstärkt. Der narrative Rhythmus stützt sich auf breite Panels für die ruhigen Momente und enge Kästchen für die Versuchungsszenen, ein Design, das an die Pacing-Techniken im psychologischen Horrorfilm erinnert.
Der Teufel braucht kein WLAN, nur einen Bibliotheksausweis 😈
Während wir Sterblichen damit kämpfen, uns an Passwörter zu erinnern oder Bücher rechtzeitig zurückzugeben, kommt der Teufel, zückt seinen Ausweis und beantragt die Bibliothekskarte, ohne anzustehen. Clara, die schon genug damit zu tun hat, mit einem Freund klarzukommen, der mit kryptischen Emojis antwortet, und einer Freundin, die sie seltsam ansieht, muss sich nun einem höllischen Wesen stellen, das zumindest pünktlich ist und keine Kaffeereste in den Büchern hinterlässt. Wenn die Hölle die anderen sind, dann hat dieser Teufel zumindest die Manieren eines vorbildlichen Bibliothekars.