Eine von Persönlichkeiten des französischen Kinos unterzeichnete Petition zielt darauf ab, den Einfluss des konservativen Milliardärs Vincent Bolloré und seiner Gruppe Canal+ auf die Branche einzudämmen. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Der Hauptfinanzierer des französischen Kinos droht damit, die Beziehungen zu den unterzeichnenden Künstlern abzubrechen, was eine Debatte über kreative Freiheit und Unternehmensmacht in der siebten Kunst auslöst.
Der Algorithmus der Angst in der audiovisuellen Produktion 🎬
Canal+ pumpt jährlich rund 200 Millionen Euro in das französische Kino, was dem Sender ein Vetorecht über Projekte verschafft. Die Drohung, den Unterzeichnern der Petition die Finanzierung zu entziehen, offenbart eine taktische Nutzung der Ressourcen. In einer Branche, in der jeder Euro zählt, kann die Entscheidung einer einzigen Gruppe neu definieren, welche Geschichten erzählt werden und welche im Drehbuch verbleiben, zermalmt durch fehlendes Budget.
Die Kultur des Wenn es dir nicht gefällt, zahlen wir nicht 💰
Es scheint, dass die Meinungsfreiheit einen Preis hat: 200 Millionen. Die Unterzeichner stellen nun fest, dass es ihnen den nächsten Dreh kosten kann, vom Chef abzuweichen. Bolloré dürfte unterdessen glücklich sein: Seine Strategie erinnert an die eines Produzenten, der, anstatt das Drehbuch zu diskutieren, direkt die Kamera verbrennt. Allerdings stets im Rahmen der strengsten Legalität.