Geely, BYD und Chery haben in Europa das Drehbuch umgeschrieben. Vergiss, sie als Low-Cost-Alternative zu Dacia zu sehen. Jetzt schauen sie BMW, Mercedes und Audi direkt in die Augen. Sie fliehen vor dem Preiskampf in China und suchen höhere Rentabilität auf dem alten Kontinent. Sie bieten Spitzentechnologie, aber ihre Herausforderung ist nicht technischer Natur: Es geht darum, das Vertrauen eines Verbrauchers zu gewinnen, der Reputation ebenso schätzt wie Innovation.
Batterien, Bildschirme und Konnektivität als Visitenkarte 🚗
Die Strategie basiert darauf, Spezifikationen zu bieten, die der deutschen Konkurrenz ebenbürtig sind oder sie übertreffen. BYD setzt auf seine Blade-Batterie und hocheffiziente Antriebssysteme. Geely bringt über seine Tochtergesellschaft Zeekr 800-Volt-Plattformen mit ultraschnellem Laden auf den Markt. Chery führt Schnittstellen mit künstlicher Intelligenz und fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen ein. Die Hardware ist wettbewerbsfähig. Das Problem ist, dass ein Mercedes nicht nur wegen seines Motors verkauft wird, sondern wegen des Prestiges, das er seit Jahrzehnten mit sich führt. Das lässt sich nicht in einer Fabrik kopieren.
Low-Cost-Luxus oder wie man Kaviar auf einem Flohmarkt verkauft 😅
Jetzt stellt sich heraus, dass dieselben, die uns das Einstiegsauto verkauft haben, wollen, dass wir zahlen, als wäre es ein 7er. Sie haben riesige Bildschirme, massierende Sitze und eine Reichweite, die Neid erregt. Aber wenn du an der Ladestation ankommst und der Nachbar fragt, welche Marke das sei, musst du erklären, dass es kein Tesla-Klon ist, sondern eine chinesische Marke mit Tradition. Und währenddessen steigt der neben dir in seinen BMW von 2015 und lächelt. Glaubwürdigkeit kauft man nicht mit einem Touchscreen.