Der 3D-Betondrucker Cedar wird als Wunderlösung für die Wohnungskrise in Entwicklungsländern angepriesen. Doch sein hoher Preis, die Notwendigkeit einer stabilen Stromversorgung und spezialisierter Techniker machen ihn zu einem nützlichen Werkzeug nur für diejenigen, die bereits ein eigenes Haus besitzen. Billige Wohnungen mit einer teuren Ausrüstung zu versprechen, ist zumindest widersprüchlich.
Die Falle der Hightech-Lösungen für grundlegende Bedürfnisse 🏚️
Das Problem ist nicht der 3D-Druck, sondern die Abhängigkeit von einer Infrastruktur, die in ländlichen Gemeinden fehlt. Die Cedar benötigt eine konstante Stromversorgung, Hardware- und Software-Wartung sowie in städtischen Umgebungen ausgebildete Bediener. Anstatt diese importierte Technologie aufzuzwingen, wäre es realistischer, in manuelle oder energiearme Versionen zu investieren und die lokale Bevölkerung zu schulen. Die wahre Innovation liegt darin, das Werkzeug an den Benutzer anzupassen, nicht umgekehrt.
Der feuchte Traum eines Ingenieurs mit Steckdose 🔌
Klar, nichts ist schöner, als zuzusehen, wie ein Drucker in 24 Stunden ein Haus ausspuckt, während das Dorf immer noch ohne Strom ist. Es ist, als würde man jemandem, der ein Fahrrad braucht, einen Ferrari schenken: hübsch, schnell und völlig nutzlos, um zum Markt zu kommen. Vielleicht legen sie nächstes Mal einen Dieselgenerator und einen Schweizer Techniker auf Lebenszeit bei. In der Zwischenzeit werden die Armen weiterhin unter Dächern schlafen, die kein WLAN brauchen.