Die James-Bond-Videospielserie hatte schon immer ein Problem: Wie stellt man den Spion dar, ohne das Abbild eines Filmschauspielers zu verwenden? EA versuchte es 2001 mit Agent Under Fire, indem es ein Gesichtsmodell verwendete, das an Pierce Brosnan erinnerte, aber nicht ganz er selbst war. Das Ergebnis war seltsam, eine Art Doppelgänger, der nicht so recht passen wollte. Jetzt wiederholt IO Interactive das Spiel mit First Light und präsentiert Patrick Gibson als einen jungen, redseligen Bond, was Kritik an seinem allzu jugendlichen Aussehen und seiner Redseligkeit hervorgerufen hat.
Die technische Herausforderung eines Bond ohne schauspielerisches Copyright 🎭
Das Problem liegt darin, dass Bonds Identität an seine Filmdarsteller gebunden ist. Da sie das Gesicht eines bestimmten Schauspielers nicht lizenzieren können, müssen die Studios ein generisches Modell erstellen, das versucht, die Essenz der Figur einzufangen, ohne wie eine billige Imitation zu wirken. In First Light ist Patrick Gibson nicht nur jünger als jeder Bond aus Fleisch und Blut, sondern sein Drehbuch definiert ihn als ängstlich und redselig – Eigenschaften, die mit dem Archetyp des kühlen, berechnenden Spions kollidieren. Polygon wies darauf hin, dass dieser Bond eher wie ein nervöser Praktikant wirkt denn wie ein erfahrener Agent.
Der Praktikant 007, der wie ein Wasserfall redet 🗣️
Vielleicht wollte IO Interactive innovativ sein, aber das Ergebnis ist ein Bond, der wie aus einem Casting für eine Netflix-Jugendserie zu stammen scheint. Es sieht nicht nur so aus, als hätte man ihm den Aston Martin gestohlen, sondern er lässt auch keinen Dialog aus, als hätte er vor jedem Einsatz drei Red Bulls getrunken. Wenn das Wesen der Figur Stille und der durchdringende Blick sind, dann ist dieser Bond eher ein YouTuber mit Lizenz zum Töten. Wenigstens kann er, wenn die Heimlichkeit versagt, den Feind immer noch zu Tode quatschen.