Die Marvel-Bibliothek setzt ihre Arbeit zur Rettung der Comic-Geschichte mit Band 6 von Captain America fort. Dieser Band sammelt die 1969 veröffentlichten Ausgaben, ein entscheidendes Jahr, in dem Jack Kirby sich von der Figur verabschiedet und Jim Steranko das Ruder übernimmt. Für 16 Euro und 160 farbige Seiten erhalten Fans ein klassisches Werk mit Kunst und Drehbuch von zwei Legenden der Neunten Kunst. 📘
Kirby und Steranko: Zwei Arten, in Panels zu erzählen 🎨
Der Band zeigt den technischen Kontrast zwischen zwei Autoren. Kirby beendet seine Ära mit einem kräftigen Strich und dynamischen Kompositionen, die Action über Detail stellen. Steranko hingegen führt einen experimentelleren Stil ein, mit Perspektivspielen, Fotomontagen und einer visuellen Erzählweise, die das traditionelle Raster aufbricht. Der Leser findet in diesen Seiten ein Laboratorium von Techniken, die die Entwicklung des Superhelden-Comics prägten.
Captain America und die Kunst, den Zeichner ohne Vorwarnung zu wechseln 🛡️
Wenn dieser Band eines gut macht, dann zeigt er, dass selbst der Cap eine künstlerische Identitätskrise erleiden kann. Kirby geht, Steranko kommt, und der Schild verwandelt sich von einer Wurfwaffe in ein Pop-Design-Element. Allerdings müssen die Leser von 1969 gedacht haben: Und wer zeichnet jetzt? Glücklicherweise ist das Endergebnis weit von einem Bürodesaster entfernt, auch wenn der arme Steve Rogers nicht gefragt wurde.