Der Schriftsteller Benjamín Prado hat ein Erinnerungsbuch veröffentlicht, in dem er seinen literarischen und persönlichen Werdegang Revue passieren lässt, während er mit einer unheilbaren neurologischen Erkrankung kämpft. Der Autor definiert das Schreiben als einen Akt des Widerstands und der Ehrlichkeit, obwohl er zugibt, dass er immer noch vorgeben kann, dass es ihm besser geht, als es ihm tatsächlich geht. Das Werk thematisiert seinen täglichen Kampf gegen ein Leiden, das unaufhaltsam fortschreitet.
Die Erinnerung als Backup-System für eine defekte Festplatte 📀
Prado verwandelt sein Schreiben in einen Prozess des Herunterladens persönlicher Daten. Jedes Kapitel fungiert wie eine Datei, die Erinnerungen bewahrt, bevor die Krankheit sie löscht. Der Autor verwendet keine technologischen Metaphern, aber der Mechanismus erinnert an ein manuelles Backup: Er wählt Fragmente seines Lebens aus, ordnet sie und fixiert sie auf Papier. Das Fortschreiten der neurologischen Erkrankung wirkt wie ein Virus, das Sektoren seines Gedächtnisses korrumpiert und ihn zwingt, zu priorisieren, was er bewahren und was er loslassen will.
Der Trick, so zu tun, als ob es einem gut geht (wie der Flugmodus des Körpers) ✈️
Prado gesteht, dass er schreibt, um vorzutäuschen, dass es ihm besser geht, als es ihm geht. Also genau das, was wir alle tun, wenn wir mir geht's gut sagen, während uns der Kaffee aus den Händen fällt. Der Autor hat die Kunst perfektioniert, ein gutes Gesicht zu machen, während ihm sein Nervensystem übel mitspielt. Wenn dies ein Videospiel wäre, wäre es der Moment, in dem der Charakter noch 1 Lebenspunkt hat, sich aber weiterbewegt, als wäre nichts, nur ohne die Möglichkeit eines Neustarts.