Die vorzeitige Abschaltung von Kernkraftwerken in mehreren europäischen Ländern hat sich, weit entfernt von einem ökologischen Sieg, in eine Lektion in grundlegender Wirtschaftswissenschaft verwandelt. Als die Energienachfrage aufgrund der Gaskrise in die Höhe schnellte, musste der Strom, den diese stabilen und günstigen Anlagen zuvor produzierten, durch GuD-Kraftwerke (Gas- und Dampfturbinen-Kombikraftwerke) ersetzt werden. Die Folge war ein direkter Anstieg des Strompreises für Haushalte und Industrie.
Das technische Paradoxon der Abschaffung der Grundlast ⚡
Kernkraftwerke arbeiten als Grundlastkraftwerke und laufen kontinuierlich mit 90% ihrer Kapazität. Durch ihren Rückbau wurde dem Energiemix eine vorhersehbare Quelle mit vernachlässigbaren Brennstoffkosten entzogen. Das Netz verlor an Frequenz- und Spannungsstabilität, was die Betreiber zwang, teurere Reserveleistungen zu beauftragen, wie z.B. Gasturbinen, die innerhalb von Minuten anlaufen. Dies trieb den Grenzpreis des Systems in die Höhe und verteuerte jede verkaufte kWh, selbst die aus erneuerbaren Energien.
Der perfekte Plan: Mehr bezahlen, um das Licht im Haus auszuschalten 💡
Das Manöver war rundum gelungen: Kraftwerke abschalten, die kaum CO2 ausstießen, um dann teures russisches oder amerikanisches Gas importieren zu müssen. Jetzt, jedes Mal wenn du auf deinen Stromzähler schaust, denk daran, dass du einen Aufpreis für das ökologische Gewissen einiger Politiker zahlst. Wenigstens, wenn der Stromausfall wegen fehlender Reservekapazitäten kommt, kannst du diesen Artikel bei Kerzenlicht lesen, was billiger ist als die kWh, die du jetzt bezahlst.