Am 15. Oktober stürzte ein experimenteller Hörsaal, der aus Myzelziegeln gebaut worden war, während einer Konferenz ein. Obwohl es keine Todesopfer gab, hat das strukturelle Versagen dieser Biokonstruktion eine entscheidende technische Debatte ausgelöst. Das Forensikteam hat Fotogrammetrie mit RealityCapture eingesetzt, um die Überreste zu digitalisieren und ein präzises Netz zu erzeugen, das als Grundlage dienen soll, um zu bestimmen, ob die Ursache biologisch oder mechanisch war.
Konkurrierende Hypothesen: Biologischer Abbau vs. Lastversagen 🧬
Die Untersuchung konzentriert sich auf zwei Linien. Die erste legt nahe, dass die Umgebungsfeuchtigkeit, die in den vorangegangenen Tagen über 70 % lag, die Hyphen des Myzels abgebaut und seine Druckfestigkeit verringert hat. Zur Validierung führt Ansys eine biomechanische Simulation durch, die das biologische Material als porösen Verbundwerkstoff mit mechanischen Eigenschaften modelliert, die je nach Sättigung variieren. Die zweite Hypothese deutet auf einen Fehler bei der Berechnung der Lastverteilung des Pavillons hin. Mit GOM Inspect wird die Verformung der tragenden Metallstruktur analysiert und mit dem ursprünglichen CAD-Modell verglichen, um anomale Spannungskonzentrationspunkte zu identifizieren.
Das endgültige Urteil: Ein hybrides Versagen 🔍
Die Verformungskarten von GOM Inspect zeigten, dass die Strukturknoten korrekt konstruiert waren, was ein reines Lastversagen ausschloss. Die Simulation in Ansys zeigte jedoch, dass das Myzel in den unteren Bereichen des Hörsaals, die mit der Bodenfeuchtigkeit in Kontakt standen, 40 % seiner Tragfähigkeit verloren hatte. Der Einsturz begann, als diese biologischen Ziegel nachgaben und einen Dominoeffekt auslösten. Die Schlussfolgerung ist klar: Die Tragstruktur war tragfähig, aber das biologische Material wurde nicht ausreichend vor Feuchtigkeit geschützt – ein kritischer Fehler im Biobau, den die 3D-Modellierung präzise zu diagnostizieren ermöglicht hat.
In Anbetracht der Tatsache, dass Myzelziegel ein organisches und lebendiges Material sind, das während der Konferenz möglicherweise wechselnden Umgebungsbedingungen ausgesetzt war, welche Rolle spielten die relative Luftfeuchtigkeit, die Temperatur und eine mögliche Austrocknung oder Vermehrung von parasitären Pilzen bei der strukturellen Degradation vor dem Einsturz des Pavillons?
(PS: Einen Einsturz zu simulieren ist einfach. Schwierig ist, dass einem das Programm nicht abstürzt.)