Alex Ross kehrt mit Marvel Dimensions zurück, einem Buch, das mit den klassischen Ursprüngen von Spider-Man, Hulk und Wolverine in seinem gewohnt malerischen Stil beginnt. Doch dann nimmt die Sache eine Wendung: Der Erzähler ist nicht vertrauenswürdig und die Erzählung driftet in einen düstereren Ton ab. Die Sonderausgabe für den Direct Market enthält einen Schutzumschlag mit Acetatfenster und ein exklusives Blatt, in einer noch limitierteren, vom Künstler signierten Auflage.
Das narrative Trompe-l'œil als Werkzeug der technischen Entwicklung 🎨
Ross wendet hier eine Technik der visuellen und narrativen Täuschung an, die an Tricks mit erzwungener Perspektive im Film erinnert. Die Illustrationen bewahren ihren fotografischen Realismus, aber die Struktur des Buches spielt mit der Wahrnehmung des Lesers. Der Wechsel des Erzählers ist nicht willkürlich: Er folgt einer Planung, bei der jede Seite den Kontext der vorherigen verändert. Die physische Ausgabe nutzt das Format, um visuelle Hinweise in den Rändern und auf dem Acetat-Schutzumschlag selbst zu verstecken. Es ist ein Experiment darüber, wie das gedruckte Medium Erwartungen untergraben kann, ohne auf Bildschirme zurückzugreifen.
Der Erzähler, der keiner war, oder wie Ross dir das Pferd zweimal verkauft 🖌️
Es stellt sich heraus, dass der Führer durch die Reise ins Marvel-Universum nicht der ist, für den du ihn gehalten hast. Und klar, wenn du 50 Seiten lang gebannt die Ursprünge von Wolverine verfolgt hast, ist es schon amüsant zu entdecken, dass dir das Ganze ein Schurke mit literarischen Allüren erzählt hat. Das Beste ist, dass dich die signierte Ausgabe ein Vermögen kosten wird, aber du kannst wenigstens damit angeben, dass Ross dich persönlich hereingelegt hat. Allerdings: Versuch nicht, das Buch mit der Begründung zurückzugeben, der Erzähler hätte dich belogen – im Laden wirst du dafür seltsam angesehen.