Der Kulturminister Ernest Urtasun hat in Madrid den Leseförderungsplan 2026-2030 vorgestellt. Die Initiative zielt darauf ab, die Leseraten in Spanien zu steigern, führt jedoch weder konkrete Haushaltsposten auf noch schlägt sie spezifische Maßnahmen vor, um die Schließung kleiner Buchhandlungen – des eigentlichen Ökosystems des Buches – zu stoppen.
Die Lesetechnologie schreitet voran, aber die Rechnungen stimmen nicht 📉
Der Plan setzt auf Digitalisierung und die Schaffung einer staatlichen Plattform für die Ausleihe von E-Books. Erwähnt werden die Interoperabilität zwischen Bibliotheken und der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Lektüreempfehlung. Die technische Entwicklung stößt jedoch auf die Realität: Ohne eine klare finanzielle Zuweisung riskieren diese digitalen Werkzeuge, bloße Absichtserklärungen ohne Server und Wartung zu bleiben.
Leseförderungsplan: Viel Lärm um nichts (Literarisches) 📚
Der Plan ist so ätherisch, dass selbst ein Selbsthilfebuch konkreter ist. Er verspricht, das Lesen zu fördern, sagt aber nicht, wie verhindert werden soll, dass Ihre Buchhandlung um die Ecke schließt, während Amazon Ihnen 20 % Rabatt anbietet. Es ist, als würde man ein großes Abendessen ankündigen, ohne zu sagen, wer die Teller bereitstellt oder ob genug Brot für alle da ist. Zumindest können die Buchhändler den Plan lesen... wenn sie zwischen unbezahlten Rechnungen Zeit dafür finden.