Die Schweizer Marke rühmt sich ihres Recyclingsystems, aber das eigentliche Problem ist nicht, wo man die Kapsel entsorgt, sondern dass es sie überhaupt gibt. Jede Kaffeedosis erzeugt einen Abfall, der dafür gemacht ist, Sekunden zu halten und Jahrhunderte auf einer Deponie zu überdauern. Die Kreislaufwirtschaft beginnt nicht an der Tonne, sondern am Zeichentisch. Solange sie weiterhin Einwegverpackungen verkaufen, ist jede grüne Geste nur Kosmetik.
Industriedesign gegen geplante Obsoleszenz 🛠️
Aus materialtechnischer Sicht ist die Aluminium- oder Kunststoffkapsel ein Fall von Übertechnisierung für ein Produkt des sofortigen Verbrauchs. Es gibt technische Alternativen wie zertifizierte kompostierbare Kapseln (EN 13432) oder Nachfüllsysteme mit integriertem Dosierer. Das Geschäftsmodell von Nespresso basiert jedoch auf dem Verkauf versiegelter Kapseln, nicht auf der Effizienz der Verpackung. Solange der Barcode über den Lebenszyklus siegt, wird Recycling eine Ausrede sein, keine Lösung.
Recyceln ist cool, aber frag nicht, warum man es tun muss ♻️
Nespresso verkauft dir eine hübsche Kaffeemaschine und bittet dich dann, den Müll in ihre Geschäfte zu bringen. Es ist, als würde ein Restaurant dir das Essen auf Einwegtellern servieren und dich dann dafür loben, dass du die kaputten Teller zum Wertstoffhof bringst. Die Ironie ist, dass während du brav Müll trennst wie ein vorbildlicher Bürger, sie ihre Gewinne zählen. Recyceln ist gut, aber nicht recyceln zu müssen, weil es keinen Abfall gibt, ist viel besser. Und billiger.