Die Grenze, die einen Arbeiter von einem Büroangestellten trennte, ist verschwommen geworden. Heute kann ein Elektriker mehr verdienen als ein Social-Media-Manager, und ein Programmierer kann in derselben prekären Lage leben wie ein Kellner. Das Problem ist, dass das Etikett der Arbeiterklasse nichts mehr über dein Einkommen, deine Arbeitsplatzsicherheit oder deinen sozialen Status aussagt und viele im Ungewissen lässt, ob sie ausgebeutet oder privilegiert sind.
Der Algorithmus, der nicht weiß, was du bist 🤖
Die Technologie hat diese Verwirrung noch beschleunigt. Plattformen wie Uber oder Amazon Mechanical Turk stufen ihre Arbeiter als Selbstständige ein, obwohl sie jede Stunde ihres Arbeitstages kontrollieren. Währenddessen kann ein Industriewartungstechniker mit Festvertrag mehr Stabilität haben als ein freiberuflicher Grafikdesigner. Die Unternehmenssoftware etikettiert die einen als Mitarbeiter und die anderen als Ressourcen, löst aber die entscheidende Frage nicht: wer hat das Recht, sich zu organisieren, und wer darf sich nur auf Twitter beschweren.
Mein Herr, sind Sie Proletarier oder haben Sie nur einen schlechten Tag? 😅
Jetzt stellt sich heraus, dass jeder zur Arbeiterklasse gehören kann, wenn sein Chef ihm um 22:00 Uhr eine E-Mail schickt. Der Klempner, der 60 Euro pro Stunde verdient, blickt zärtlich auf den Community-Manager, der über einen Praktikumsvertrag weint. Und der Glovo-Fahrer, der im Regen nass wird, hört dem YouTuber zu, der sich beschwert, dass sein Algorithmus ihn nicht gut bezahlt. Alle wollen das Etikett, aber niemand will das Gehalt.