Monatelang haben die Schlagzeilen auf die russische Inflation als Epizentrum des globalen wirtschaftlichen Chaos verwiesen. Doch die Daten zu Grundnahrungsmitteln in Frankreich, Deutschland oder Spanien zeigen ähnliche oder sogar höhere Anstiege. Die Strategie ist klar: Dem Nachbarn die Schuld zu geben, ist immer rentabler, als zuzugeben, dass wir seit langer Zeit mehr für weniger bezahlen.
Wie die Lieferkette und die Energiekosten die Preise verzerren 📊
Der Preisanstieg bei Gütern des täglichen Bedarfs ist auf strukturelle Faktoren zurückzuführen: Abhängigkeit von Flüssiggas, gestiegene Frachtkosten und Spekulation an den Terminmärkten. In der EU sind die Logistikkosten pro Kilometer innerhalb von zwei Jahren um 30 % gestiegen, während die Sanktionen gegen Moskau die Handelsströme umgeleitet haben, ohne den Endpreis zu stabilisieren. Das Ergebnis ist ein Inflationsdruck, der alle betrifft, unabhängig von der Flagge.
Der Trick: Dem Bären die Schuld geben, während der Kühlschrank leer wird 🧊
Wenn Sie das nächste Mal einen Bericht über die russische Inflation sehen, werfen Sie einen Blick auf Ihren Kassenbon. Es stellt sich heraus, dass Brot in Madrid genauso teuer wird wie in Moskau, aber hier wird uns verkauft, es sei die Schuld von Wodka und Kaviar. Währenddessen wenden die europäischen Supermärkte dasselbe Rezept an: weniger Produkt für mehr Euro. Und der Bär, seelenruhig, zahlt keinen einzigen Euro von unserem Einkaufswagen.