Die jüngste Senkung der Provisionen im Google Play Store ist kein Akt des guten Willens, sondern ein erzwungenes Manöver aufgrund des wachsenden regulatorischen Drucks und kartellrechtlicher Klagen in verschiedenen Ländern. Dieses Unternehmen gibt, wie viele große Technologiekonzerne, nur dann nach, wenn der rechtliche Rahmen es dazu zwingt, nicht aus eigenem Antrieb. Die Heuchelei dieser Geste zeigt, dass ohne dauerhafte Regulierungen der Missbrauch marktbeherrschender Stellungen im App-Markt die Norm bleiben wird.
Das eigentliche Problem: Abhängigkeit von freiwilligen Zugeständnissen auf digitalen Plattformen ⚖️
Aus technischer Perspektive hat die Provisionsstruktur der App-Stores ein systemisches Ungleichgewicht geschaffen. Entwickler sind von einem Duopol (Google und Apple) abhängig, das Sätze von 15 % bis 30 % auf digitale Transaktionen erhebt. Ohne eine horizontale Regulierung, die Höchstgrenzen und Interoperabilitätsbedingungen festlegt, ist jede Senkung temporär und reversibel. Die eigentliche Lösung besteht darin, dass Regierungen rechtliche Rahmenbedingungen schaffen, die fairen Wettbewerb und angemessene Preise gewährleisten, ohne die Entscheidung den Konzernen zu überlassen.
Google entdeckt die Philanthropie genau dann, wenn die Anwälte an die Tür klopfen 😏
Es ist kurios, wie Google plötzlich von einem Anfall von Großzügigkeit heimgesucht wird, genau dann, wenn die Europäische Union, die USA und Südkorea milliardenschwere Klagen einreichen. Es scheint, als ob ihre Wohltätigkeitsabteilung nur funktioniert, wenn ein Richter im Spiel ist. Vielleicht sehen wir bald Sundar Pichai, wie er im Play Store kostenlose Umarmungen verteilt, allerdings nur, wenn ihm zuvor mit einer weiteren Geldstrafe gedroht wird. In der Zwischenzeit werden die Entwickler weiter darauf warten, dass die nächste unternehmerische Erleuchtung mit einer weiteren gerichtlichen Vorladung zusammenfällt.