Aserbaidschan unterzeichnet eine Vereinbarung zur Lieferung von Gas nach Europa ab 2029, mit TotalEnergies und ADNOC als Partnern. Der Südkorridor wird als große Hoffnung präsentiert, um russisches Gas zu ersetzen und die Preise zu stabilisieren. Doch aserbaidschanisches Gas ist weder sauberer noch billiger; es ist nur weiter entfernt und teurer im Transport. Die Energiegeopolitik wechselt die Verbündeten, nicht die Logik. ⛽
Infrastruktur und Kosten des Südkorridors: Eine fragwürdige technische Wette 🔧
Die Transadriatische Pipeline (TAP) und die Transanatolische Pipeline (TANAP) bilden das Rückgrat des Projekts. Ihre derzeitige Kapazität liegt bei etwa 10 Mrd. Kubikmetern pro Jahr, weit entfernt von den 155 Mrd. Kubikmetern, die Russland vor der Krise lieferte. Eine Erweiterung erfordert Millioneninvestitionen in Kompressoren und neue Rohrleitungen. Die Kosten pro Kilowattstunde werden höher sein als bei russischem Gas, und der Zeitplan bis 2029 lässt Europa fünf Winter technischer und kommerzieller Unsicherheit.
Der neue Freund im Club: Willkommen, Gasdiktator 👑
Dieselben, die Russland beschuldigten, Energie als Waffe einzusetzen, applaudieren nun einem Regime, das Journalisten inhaftiert und Gas ohne Umweltlabel verkauft. Aserbaidschan ist natürlich ein strategischer Verbündeter, solange es die Speicher füllt. Energie hat keine Moral: Sie hat einen Preis, einen Vertrag und ein Lieferdatum. Und der Bürger bezahlt, wie immer, die Rechnung, ohne zu fragen, woher das Gas kommt. Ironien des Marktes.