Archäologen in Paderborn, Deutschland, haben ein hölzernes Wachstafelheft am Grund einer mittelalterlichen Toilette gefunden. Der Sauerstoffmangel und die Feuchtigkeit des Ortes bewahrten die Täfelchen, die lateinische Schrift aus dem 13. oder 14. Jahrhundert enthalten. Dieser Fund wirft Licht auf den Alltag der Reichen jener Zeit, einschließlich ihrer Handelsgewohnheiten und eines besonderen Details: Sie verwendeten Seide als Toilettenpapier.
Die Erhaltung unter anaeroben Bedingungen und ihr historischer Wert 🏛️
Die Erhaltung des Heftes ist der feuchten und sauerstofffreien Umgebung der Toilette zu verdanken, Bedingungen, die die Zersetzung von Holz und Wachs verlangsamen. Den Forschern ist es gelungen, Fragmente von Abrechnungen und Warenlisten zu lesen, was es ermöglicht, Transaktionen und den Lebensstandard der mittelalterlichen Oberschicht zu rekonstruieren. Chemische Analysetechniken bestätigten zudem Seidenreste, die zu hygienischen Zwecken verwendet wurden – ein Luxus, der nur wenigen vorbehalten war und der ihre täglichen Routinen detailliert beschreibt.
Seide als Toilettenpapier: Der Luxus, sich mit Stil zu reinigen 🧻
Es stellt sich heraus, dass die mittelalterlichen Reichen nicht nur Besitztümer anhäuften, sondern sich auch den Hintern mit Seide reinigten, einem Stoff, der teurer war als das Land vieler Bauern. Während das einfache Volk Moos oder Stroh verwendete, hinterließ die Elite von Paderborn Zeugnis ihres Geschmacks für das Feine, sogar auf der Toilette. Dieser Fund zeigt, dass Geld im Mittelalter zwar keine Würde kaufte, aber durchaus analen Komfort.