Die Absage der Konzerte von Beret nach den Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt wurde von einigen mit Erleichterung und von anderen mit Skepsis aufgenommen. Das Problem ist nicht die Entscheidung an sich, sondern ihre selektive Natur. Es wird nur gehandelt, wenn der Fall in den Medien hochkocht und der soziale Druck unerträglich wird. In der Zwischenzeit schweigen viele Institutionen bei Anzeigen gegen einflussreichere Künstler oder wenn das mediale Echo ausbleibt.
Automatische Protokolle: Technologie gegen institutionelle Heuchelei 🤖
Die technische Lösung existiert und ist einfach: Implementierung von Alarmsystemen, die die Datenbanken der öffentlichen Auftragsvergabe mit den Registern von Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt verknüpfen. Ein Algorithmus könnte automatisch jede subventionierte Aufführung oder Veranstaltung aussetzen, sobald der betroffene Künstler eine aktive Anzeige hat. Man müsste nicht warten, bis ein Richter entscheidet oder ein Hashtag viral geht. Die Maschine führt die Regel ohne Zögern oder politische Filter aus.
Die Stadtverwaltung, die das Protokoll vergaß (bis der Trend kam) 🏛️
Es ist kurios zu sehen, wie manche Gemeinden ihre feministische Ader erst entdecken, wenn der Name des Sängers in allen Nachrichtensendungen auftaucht. Plötzlich werden dieselben, die monatelang interne Berichte ignoriert haben, zu Experten in der Anwendung von Kündigungsklauseln. Vielleicht sollten sie einen Lautsprecher im Ratssaal installieren, der Anzeige erkannt schreit, sobald ein Künstler mit öffentlichem Vertrag mehr als tausend Erwähnungen auf Twitter sammelt. Dann wäre die Heuchelei wenigstens mit der Medienagenda synchronisiert.