Am 28. Juni wird die Gemeinde Alcalá de Gurrea in der Provinz Huesca ihre Einwohner mit einem sozialen Experiment auf die Probe stellen: Alle Telefone werden für neun Stunden in versiegelte Beutel gesteckt. Die Initiative, die Kajakfahren und gemeinsame Mahlzeiten umfasst, zielt darauf ab, die digitale Abhängigkeit zu durchbrechen und den direkten Kontakt zu fördern. Ein örtlicher Sheriff wird für echte Notfälle zuständig sein, nicht für ausstehende Likes.
Erzwungene Entschleunigung als Therapie gegen digitale Sucht 📵
Die Maßnahme spiegelt Verhaltensstudien wider, die übermäßige Handynutzung mit Angstzuständen und Aufmerksamkeitsdefiziten in Verbindung bringen. Durch das Ausschalten von Benachrichtigungen und sozialen Netzwerken über einen längeren Zeitraum wird das Gehirn gezwungen, Reize in der physischen Umgebung zu suchen. Das programmierte digitale Fasten ermöglicht es, die Konzentrationsfähigkeit und die Qualität von Angesicht-zu-Angesicht-Interaktionen zu messen – Daten, die für die Gestaltung öffentlicher Gesundheitspolitik gegen Nomophobie nützlich sind.
Sheriff der versiegelten Beutel: der ruhigste Posten des Jahres 🔒
Die Figur des Sheriffs, ein mit einem Marker und einer Plombe bewaffneter Nachbar, hat die Aufgabe zu überwachen, dass niemand aus Angst seinen Beutel öffnet. Seine Arbeit wird nahezu nichtig sein, es sei denn, ein Nachbar versucht, sich auf der Toilette zu verstecken, um einen Blick auf Instagram zu werfen. Das Lustige ist: Wenn jemand den Sheriff ruft, weil der Akku leer ist, wird die Antwort einfach sein: Du hast kein Handy, Problem gelöst.