Eine niederländische Studie hat den Fokus auf ein Darmbakterium namens Akkermansia muciniphila gelegt. Teilnehmer, die es nach einer Diät als Nahrungsergänzungsmittel einnahmen, gewannen nur 13,6 % des verlorenen Gewichts zurück, verglichen mit 32,9 % in der Placebogruppe. Auch ihre Insulinsensitivität verbesserte sich. Es scheint ein ernsthafter Fortschritt gegen den gefürchteten Jo-Jo-Effekt zu sein, aber Vorsicht vor dem, was danach kommt.
Bescheidene Wissenschaft, überbordendes Marketing 🧪
Die im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichte Studie ist klein: 90 Personen. Das Bakterium ist nicht als Nahrungsergänzungsmittel im Handel, aber die Unternehmen heizen bereits die Motoren an. Das Muster ist bekannt: Bescheidene Erkenntnisse werden zu Versprechungen einer Wunderpille. Das geschah mit Probiotika, Präbiotika und Fermenten. Das Problem sind nicht die Daten, sondern wie sie in den Wellness-Schlagzeilen interpretiert werden. Der Durchschnittsbürger unterscheidet nicht zwischen einer wissenschaftlichen Arbeit und einem Werbeartikel und wird am Ende teure Kapseln mit Hoffnung kaufen, nicht mit Gewissheit.
Die Pille gibt es nicht, aber die Marge schon 💰
Die wahre Lösung bleibt langweilig: echte Ernährung, Bewegung und Zeit. Das ist nicht in der Apotheke erhältlich, hat keine Marge und ist nicht patentierbar. Ein Bakterium mit wissenschaftlichem Namen klingt dagegen nach einer Revolution. Die Labore wissen das: Es ist besser, Lebewesen mit einem hübschen Etikett zu verkaufen, als zu erklären, dass Abnehmen Schwitzen und den Verzicht auf Pizza erfordert. Wer sich dennoch um seine Gesundheit kümmern möchte, sollte weiterlesen. Und nicht schlucken, ohne vorher zu fragen.