Ein angeblich mittelalterliches Steinrelief entpuppte sich als moderne Fälschung. Der Betrug wurde bei der Analyse der Bearbeitungsspuren entdeckt: Es handelte sich nicht um manuelle Meißelarbeit, sondern um abrasives CNC-Fräsen. Die Betrüger verwendeten eine 3D-Pipeline mit Artec Studio, um ein Original zu digitalisieren, und MeshLab, um das Modell vor der automatisierten Fertigung nachzubearbeiten.
Die digitale Pipeline der Täuschung: Von Artec Studio zu MeshLab 🛠️
Der Prozess begann mit dem Scannen eines authentischen Reliefs mit Artec Studio, um die Geometrie und Texturen zu erfassen. Anschließend wurden in MeshLab Glättungs- und Rauschfilter angewendet, um Unvollkommenheiten zu entfernen und ein sauberes Modell zu erzeugen. Diese Datei wurde an eine CNC-Fräse mit abrasivem Werkzeug gesendet, die das Design nachbildete, dabei jedoch gleichmäßige, parallele Riefen hinterließ, die bei manueller Meißelarbeit unmöglich sind. Das Fehlen von Mikrorissen und die Regelmäßigkeit der Rillen verrieten die Täuschung.
Der Meißel, der nie existierte, und die CNC, die ihn verriet 🔍
Die Fälscher dachten, niemand würde ihre perfekten Frässpuren bemerken. Sie vergaßen, dass ein mittelalterlicher Steinmetz schlechte Tage hatte, Fehler machte und krumme Schläge hinterließ. Ihr Relief wirkte, als wäre es von einem Roboter mit einem Zwang zur Symmetrie geschaffen worden. Alles sehr hübsch, zu hübsch. Bis ein Restaurator mit einem geschulten Auge und einer Juwelierlupe fragte: Wo sind die Fehler? Es gab keine. Das war das Urteil.