Eine aktuelle Nachricht feiert den Anstieg von Unternehmensspenden für soziale Programme. Das Kleingedruckte offenbart jedoch, dass diese Unternehmen ihre Steuerlast reduzieren, indem sie ein Kästchen in ihrer Steuererklärung ankreuzen. Währenddessen finanzieren die Bürger mit ihren direkten Steuern die öffentlichen Dienstleistungen. Dieser Mechanismus ermöglicht es großen Konzernen, ihren sozialen Beitrag selbst zu bestimmen und verewigt ein System, in dem Solidarität optional und für sie steuerlich rentabel ist.
Der Algorithmus der steuerlichen Ungleichheit 💰
Aus technischer Sicht erlaubt das aktuelle System Unternehmen, Spenden als Ausgaben abzuziehen, wodurch ihre Bemessungsgrundlage sinkt. Dies kommt einer staatlichen Kofinanzierung des sozialen Images des Konzerns mit öffentlichen Geldern gleich. Eine effizientere Lösung wäre die Einführung einer progressiven Gewinnsteuer, bei der ein obligatorischer Prozentsatz für Sozialfonds bestimmt wird. Dies würde die Willkür beseitigen, vorhersehbare Einnahmen sichern und verhindern, dass Philanthropie lediglich eine PR-Übung mit Steuervorteilen ist.
Spenden, um weniger zu zahlen: das perfekte Geschäft 🏢
Also wissen Sie Bescheid: Wenn ein großes Unternehmen eine Million spendet, gibt ihm das Finanzamt freundlicherweise einen Prozentsatz zurück. Es ist, als ob Sie in einen Laden gehen, ein Produkt kaufen und der Verkäufer Ihnen das Wechselgeld gibt. Das Unternehmen steht als wohltätiger Engel da, der Fiskus verliert Einnahmen und Sie, lieber Steuerzahler, zahlen weiterhin 21% Mehrwertsteuer auf Ihren Kaffee. Wenn Sie das nächste Mal eine Anzeige für eine Unternehmensspende sehen, denken Sie daran: Wahrscheinlich bezahlen Sie sie, aber ohne das Schildchen solidarisch.