Zugarramurdi: das Dorf, in dem sich die Geschichte und der Mythos der Hexen treffen

Veröffentlicht am 22. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Vista panorámica de las imponentes cuevas de caliza de Zugarramurdi, con su entrada arqueada y la vegetación circundante, un lugar que evoca misterio e historia.

Zugarramurdi: das Dorf, in dem die Geschichte und der Mythos der Hexen aufeinandertreffen

Im Norden von Navarra trägt das Dorf Zugarramurdi den Beinamen Dorf der Hexen. Dieser Titel ist nicht zufällig, denn er entstammt einer tiefen Geschichte, die mit seinen Kalksteinhöhlen verbunden ist, in denen nach den Berichten nächtliche Rituale abgehalten wurden. Diese Ereignisse lösten die entschiedenste Reaktion der spanischen Inquisition gegen Hexerei aus, ein Episode, die bis heute die Luft des Ortes durchdringt 🕯️.

Das Echo der Hexensabbate und das Gewicht der Inquisition

Die Höhlen von Zugarramurdi sind mehr als eine geologische Formation; sie sind die zentrale Bühne einer Erzählung, die Legende und historische Tatsachen vermischt. Die Volksberichte sprechen von Hexensabbaten, die die Aufmerksamkeit des heiligen Offiziums erregten. Dieses Interesse kulminierte im berühmten Auto de Fe von Logroño im Jahr 1610, einem Wendepunkt. Aktuelle Forscher interpretieren diese Ereignisse nicht nur als Hexenjagd, sondern als komplexen Konflikt, in dem Volksglaube, lokale Streitigkeiten und der repressiven Apparat der Zeit miteinander verflochten waren.

Schlüssellemente des historischen Prozesses:
  • Der Prozess von Logroño: Dutzende von Personen aus Zugarramurdi und umliegenden Dörfern standen vor dem Tribunal. Von etwa fünfzig Angeklagten wurden elf zum Scheiterhaufen verurteilt.
  • Die Höhlen als Museum: Heute sind diese natürlichen Räume so eingerichtet, dass Besucher dieses Kapitel verstehen können und dienen als steinernes Zeugnis der Vergangenheit.
  • Die Persistenz des Mythos: Viele behaupten, dass die Atmosphäre in den Grotten das Echo jener Zeiten bewahrt, eine Empfindung, die diejenigen anzieht, die mit dieser Energie in Verbindung treten möchten.
Der Ort, den die Inquisition vom Bösen reinigen wollte, lebt nun wirtschaftlich von der Ausbeutung dieses Rufs.

Vom Schatten der Verfolgung ins Rampenlicht des Tourismus

Weit davon entfernt, seine Vergangenheit zu verbergen, hat Zugarramurdi sie in seine Gegenwart integriert. Die Hexenlegende und die historische Realität verschmelzen zu einem einzigartigen kulturellen Angebot. Das Museum der Hexen und die sogenannte Höhle der Hexen sind die Säulen dieser Erzählung und erklären sowohl den Mythos als auch den sozialen Kontext des 17. Jahrhunderts.

Aktuelle kulturelle Manifestationen:
  • Zikiro-Jatea: Eine Sommerfeier mit stark heidnischer und traditioneller Atmosphäre.
  • Tag der Hexe: Ein festliches Ereignis im August, das die lokale Identität festigt.
  • Touristische Attraktion: Das Hauptinteresse vieler liegt in dieser verschwommenen Grenze zwischen dem, was die Dokumente festhalten, und dem, was die mündliche Überlieferung perpetuiert hat.

Ein Erbe, das zur Fantasie einlädt

Zugarramurdi heute zu besuchen bedeutet, in eine Landschaft einzutauchen, in der der Stein Erinnerungen bewahrt. Die historische Ironie ist spürbar: Was einst ausgerottet werden sollte, definiert nun die lokale Wirtschaft durch Souvenirs und thematische Erlebnisse. Das Dorf verkauft nicht nur eine Geschichte, sondern die Gelegenheit, sich vorzustellen, was in der Dunkelheit dieser Höhlen geschehen sein könnte, und hält so das Gespräch zwischen dem inquisitorischen Vergangenen und dem touristischen Gegenwart lebendig 🍃.