
Das französische Studio Xilam Animation, bekannt für Serien wie Oggy and the Cockroaches, Zig & Sharko und Karate Sheep, hat im Jahr 2024 einen drastischen Einbruch der 41% bei seinen Einnahmen erlebt. Diese Krise spiegelt den Einfluss wider, den die Rezession in der Animationsbranche auf verschiedene Studios weltweit hat.
Die Ursachen der Krise in der Animation
Der CEO von Xilam Animation, Marc du Pontavice, schreibt diesen starken Einbruch dem plötzlichen Rückgang der Nachfrage nach animierten Inhalten zu, ein Problem, das die gesamte Branche betrifft.
Die großen Streaming-Plattformen haben in den letzten Jahren ihren Fokus geändert. Früher priorisierten sie die Expansion und investierten enorme Summen in die Produktion und den Erwerb von Inhalten, um neue Abonnenten anzuziehen. Die Marktsättigung hat jedoch zu einer Strategiewende geführt: Nun streben sie Rentabilität an, kürzen Kosten und reduzieren ihre Investitionen in Kinderanimation.
„Der Animationsmarkt hat sich dramatisch verändert, und die Studios müssen sich an ein neues Geschäftsmodell anpassen, in dem Rentabilität vor Expansion steht.“
Die Gewerkschaft AnimFrance hatte bereits vor dieser Tendenz gewarnt, aber die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Veränderung haben viele Studios überrascht, die nun mit ernsthaften Schwierigkeiten konfrontiert sind.
Xilam versucht, finanzielle Stabilität zu wahren
Trotz der Krise hat Xilam dank starker Leistungen bei den Verkäufen seines Katalogs in der zweiten Jahreshälfte seine Rentabilität gehalten. Laut dem Unternehmen sanken die Einnahmen aus Lizenzen und Vertrieb von Inhalten nur um 11 %, im Vergleich zum allgemeinen Einbruch von 41 %.
Das Studio hat auch Kostensenkungen und Ressourcenoptimierungen umgesetzt, mit dem Ziel, jährlich 3 Millionen Euro einzusparen. Darüber hinaus hebt Xilam hervor, dass es keine Schulden hat, was ihm gewisse Flexibilität in der Krise gibt.
Pläne für 2025: Diversifikation und Wiederaufbau
Für 2025 wird Xilam versuchen, sein Portfolio an Aufträgen wieder aufzubauen, gestützt auf die Stärke seiner Marke und seine Schlüsselposition in der globalen Animationsbranche. Seine Strategie umfasst:
- Größeres Gleichgewicht zwischen Auftragsarbeiten und eigenen Produktionen.
- Reduzierung der Abhängigkeit vom externen Dienstleistungsgeschäft, das 2024 70 % der Einnahmen ausmachte.
- Investition in Originalinhalte, um sich in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt abzuheben.
Nach Marc du Pontavice hat das Studio die Fähigkeit, sich zu erholen, sobald der Markt es erlaubt, obwohl er anerkennt, dass 2025 ein weiteres schwieriges Jahr sein wird.
Ungewissheit und Kurssturz
Trotz der Bemühungen von Xilam, die Investoren zu beruhigen, bleibt die Ungewissheit bestehen. Das Unternehmen hat gewarnt, dass aufgrund der mangelnden Klarheit über die Marktentwicklung seine Ergebnisse durch Anpassungen bei der Bewertung seines Katalogs und erworbener Assets wie Cube Creative beeinträchtigt werden könnten.
Aufgrund dieser Ankündigungen sind die Aktien von Xilam um mehr als 30% gefallen und haben einen Kurs von 2,47 Euro erreicht, weit entfernt vom historischen Höchststand von 69 Euro im Jahr 2018.
Eine unsichere Zukunft für die Animationsbranche
Die Krise in der Animationsbranche trifft weiterhin renommierte Studios wie Xilam Animation, das aufgrund der Kürzungen bei der Produktion von Kinderinhalten durch Streaming-Plattformen einen starken Einbruch der Einnahmen erleidet. Obwohl das Unternehmen finanzielle Stabilität wahrt und Diversifikation anstrebt, wird 2025 ein herausforderndes Jahr bleiben, mit Unsicherheit bezüglich der Markterholung.