Wenn Doctor Strange seine Magie verliert

Veröffentlicht am 22. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Doctor Extraño en cómics con falta de magia y profundidad

Wenn Doctor Strange seine Magie verliert

Wenn du ein Fan der Comics von Doctor Strange bist, hast du sicherlich schon bemerkt, dass es nicht den besten Weg einschlägt. In diesem fünften Band ist dieses Gefühl einer verlorenen Serie präsenter denn je. Nach dem Ausstieg von Steve Ditko, der den ersten Abenteuern Identität und Atmosphäre verlieh, scheint das, was uns jetzt bleibt, eher ein Versuch zu sein, die Figur am Laufen zu halten, als ein Projekt mit echter kreativer Absicht.

Eine Abfolge von Geschichten ohne Seele

Wir öffnen den Band genau dort, wo der vorige endete, mit einem Kampf zwischen Stephen Strange und dem Living Tribunal. Die Mission: Victoria Bentley zu retten, eine Figur, die versucht, eine regelmäßige Begleiterin des Doctors zu werden, aber nie richtig abhebt. Die Handlung geht weiter mit dem typischen Duell gegen Baron Mordo und dem Auftauchen von Nebulos, einer extradimensionalen Kreatur, die ebenfalls keine Spuren hinterlässt. Und als ob das nicht genug wäre, wird ein neuer Schurke eingeführt, Yandroth. Stell dir den wissenschaftlichen Gegenpol des Obersten Zauberers vor... aber ihn gegen einen Roboter kämpfen zu lassen, in einer Geschichte, die besser in eine Iron Man-Serie passen würde als in die des Meisters der Mystischen Künste.

Vom Mystischen zum Routinemäßigen

Was früher traumhafte Reisen durch unmögliche Dimensionen waren, reduziert sich jetzt auf physische Kämpfe und Konfliktlösungen fast nach Lehrbuch. Doctor Strange erkundet keine alternativen Realitäten oder philosophischen Konzepte mehr, sondern beschränkt sich darauf, Zaubersprüche zu werfen wie Combos in einem Videospiel. Die Magie fühlt sich nicht mehr wie eine mysteriöse Kraft an, sondern wie ein weiteres Kampfwerkzeug, wie der Schild des Captain America oder die Netze von Spider-Man.

Ein Übergang in Erwartung besserer Zeiten

In diesem Band sehen wir auch den redaktionellen Wechsel, den Marvel Ende der 60er Jahre durchmachte. Strange Tales verwandelt sich in die eigene Serie von Doctor Strange, während Nick Fury seinen eigenen Weg geht. Und um diese neue Phase einzuleiten... kehren wir zum Ursprung der Figur zurück, erneut erzählt von Roy Thomas und Dan Adkins, aber ohne den Funken oder den Impact der Originalversion von Ditko.

Dieser Band ist wie das Anwenden eines flachen Shaders auf ein 3D-Modell, das zuvor Texturen, Beleuchtung und Postprocessing mit Liebe hatte. Es funktioniert, aber es fehlt die Seele. Wenn Ditko Doctor Strange einen Render mit emotionalem Ray Tracing gab, bleiben wir hier bei einem Viewport im Wireframe-Modus. Und klar... so spürt niemand die Magie 🎩.