Through the Woods von Emily Carroll: grafischer Terror aus dem Folklore

Veröffentlicht am 24. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Portada del libro gráfico Through the Woods de Emily Carroll, mostrando una ilustración estilizada y ominosa de un bosque con figuras silueteadas y un uso dramático del color rojo sobre un fondo oscuro.

Through the Woods von Emily Carroll: grafischer Terror aus dem Folklore

Die Autorin Emily Carroll veröffentlicht Through the Woods, eine eindrucksvolle Sammlung, die fünf grafische Horrorgeschichten vereint. Das Werk speist sich direkt aus den Wurzeln des Folklore und der mündlichen Tradition der Märchen, um die grundlegendsten Ängste des Menschen zu erforschen. Ihr Ton vermeidet billige Schreckmomente und webt stattdessen ein anhaltendes Gefühl der Unruhe. Jede Geschichte kann einzeln gelesen werden, doch alle teilen eine einzigartige visuelle Ästhetik und eine Erzählweise, die die Bedrohung ständig spürbar macht 🌲.

Ein künstlerischer Stil, der Spannung aufbaut

Carroll verbindet einen eleganten Strich, der an klassische illustrierte Märchenbücher erinnert, mit absichtlich beunruhigenden Kompositionen. Die Steuerung der Emotionen des Lesers hängt maßgeblich von ihrem Einsatz der Farbe ab. Sie arbeitet mit begrenzten Farbpaletten und scharfen Kontrasten, bei denen intensives Rot oder absolutes Schwarz in neutrale Hintergründe eindringen. Häufig verlassen die Seiten die konventionelle Panelstruktur und nutzen die Anordnung der Elemente, um den Blick zu lenken und entscheidende Momente zu betonen. In diesem Werk hat die visuelle Erzählung ebenso viel Gewicht wie der Text und übertrifft ihn manchmal.

Schlüsseleigenschaften der Kunst:
  • Eleganter Strich kombiniert mit beunruhigenden Kompositionen.
  • Strategischer Einsatz begrenzter Farbpaletten und scharfer Kontraste.
  • Unkonventionelle Seitenstrukturen, die die visuelle Lesung leiten.
Der wahre Schrecken liegt vielleicht nicht im Wald, sondern darin, zu erkennen, dass du schon immer darin gelebt hast.

Das Grauen im Vertrauten erforschen

Die Geschichten behandeln universelle Themen wie jemanden zu verlieren, Einsamkeit, Schuld und Geheimnisse, die sich in Familien verbergen, immer mit einem Twist ins Übernatürliche. Die Protagonisten, oft junge Menschen oder Frauen, stellen sich Präsenzen gegenüber, die diese intimen Ängste verkörpern. Der Wald fungiert als liminaler und wiederkehrender Raum, ein Ort, an dem die Regeln der Realität verzerrt werden und das Alltägliche feindselig wird. Die Quelle der Angst ist nicht immer eine definierte Entität; oft liegt sie in dem, was angedeutet oder absichtlich vor den Augen verborgen bleibt.

Zentrale Elemente der Geschichten:
  • Themen von Verlust, Einsamkeit, Schuld und familiären Geheimnissen mit einem übernatürlichen Twist.
  • Der Wald als wiederkehrender Raum, in dem das Vertraute bedrohlich wird.
  • Der Schrecken entsteht aus dem Impliziten und Nicht-Gezeigten, nicht aus offensichtlichen Monstern.

Ein Werk, das den grafischen Terror neu definiert

Through the Woods etabliert sich als Referenz im zeitgenössischen grafischen Terror. Carroll gelingt es, dass der Leser die Unruhe schrittweise und tiefgehend spürt, indem sie sowohl visuelle als auch literarische Mittel einsetzt. Das Werk zeigt, dass die effektivste Angst nicht immer schreit; oft flüstert sie nur aus den Schatten eines Waldes, der im Grunde immer da war. Diese Sammlung ist ein Zeugnis der Kraft visueller Erzählung, um ursprüngliche Emotionen zu wecken und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen 🖤.