Something is Killing the Children: Die Albtraumjägerin von James Tynion IV

Veröffentlicht am 24. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Ilustración del cómic Something is Killing the Children mostrando a Erica Slaughter, con su chaqueta morada y su monstruosa mascota, en una escena tensa y atmosférica.

Something is Killing the Children: Wo die Monster real sind

In dem ruhigen Städtchen Archer's Peak tötet etwas Finsteres die Kinder. Nur die Jüngsten können die Kreaturen sehen, die sich von ihrer Angst nähren, bis Erica Slaughter eintrifft, eine mysteriöse Fremde, die sich auf das Töten von Monstern spezialisiert hat. James Tynion IV (The Department of Truth, The Nice House on the Lake) zeichnet verantwortlich für eine der süchtig machendsten und gefeiertsten Horror-Serien des letzten Jahrzehnts, veröffentlicht von Boom! Studios. Mit einer rohen Kunst von Werther Dell'Edera vermischt dieser Comic den Horror von Stephen King mit der Mythologie von Buffy the Vampire Slayer und schafft eine einzigartige Saga über Trauma, Schuld und den Preis, sich dem absoluten Bösen zu stellen. 🎭

Erica Slaughter: Die Antiheldin

Erica Slaughter ist keine typische Comic-Hauptfigur. Sie trägt eine lila Jacke, hat ein lebendes Monster als Haustier in einer Tasche und ihre Methode, mit den Kreaturen umzugehen, ist so brutal wie effektiv. Was sie faszinierend macht, ist ihre emotionale Distanz und ihr pragmatischer, kalter Ansatz bei der Jagd. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich ein tiefes Trauma und eine unerschütterliche Loyalität zur Orden von St. George, einer geheimen Organisation von Jägern. Ihr Konflikt zwischen dem Befolgen der Regeln des Ordens und ihrem schützenden Instinkt macht sie zu einer der komplexesten Figuren des modernen Comics.

Arsenal und Werkzeuge von Erica:
  • Ihr Monster-Haustier, das andere Kreaturen "sieht"
  • Ein Set aus Messern und maßgeschneiderten Waffen
  • Die ikonische lila Jacke als inoffizielle Uniform
  • Ausbildung des Ordens von St. George
  • Eine unerschütterliche und fast selbstzerstörerische Entschlossenheit

Der Orden von St. George: Regeln in einer Welt des Chaos

Hinter Erica steckt eine ganze Mythologie. Der Orden von St. George ist eine clandestine, bürokratische Organisation, die sich der Ausrottung der Kreaturen widmet, aber einem strengen Protokoll folgt. Ihr Motto könnte "Monster töten, ohne Spuren zu hinterlassen" lauten. Die Spannung zwischen der kalten, kalkulierten Methodik des Ordens und Erics instinktivem, emotionalem Ansatz ist einer der stärksten narrativen Motoren der Serie. Die Erkundung ihrer Hierarchien, ihrer verschiedenen Häuser und ihrer internen Geheimnisse fügt eine Schicht aus Verschwörung und politischer Intrige hinzu, die die Welt enorm bereichert.

„Wenn die Leute fragen, ob du ein Monster gesehen hast, wollen sie nicht die Wahrheit. Sie wollen eine Lüge, die sie sich sicher fühlen lässt.“ - Erica Slaughter

Anatomie des Horrors: Die Monster und ihr Design

Der Horror in dieser Serie ist greifbar. Die Kreaturen, meisterhaft von Dell'Edera gestaltet, sind biomechanische Albträume, die sich vom Schmerz und der Angst nähren. Ihr Aussehen ist so verstörend, weil es mit fast erkennbaren Formen spielt, die aber furchtbar verzerrt sind. Der Comic erforscht einen sehr physischen und rohen Horror, bei dem die Gewalt grafisch, aber nie gratuit ist, immer im Dienst der Vermittlung der Brutalität und realen Gefahr, die diese Entitäten darstellen. Jede Konfrontation ist ein Kampf ums Überleben, in dem die Charaktere – und die Leser – jeden Schlag spüren.

Mechanik der Monster:
  • Nur Kinder und Jäger können sie klar sehen
  • Sie nähren sich vom Trauma und der Angst, die sie erzeugen
  • Ihr Aussehen und ihre Fähigkeiten variieren enorm
  • Sie hinterlassen eine Spur psychologischen Schmerzes in den Gemeinschaften
  • Ihre Existenz wird systematisch vertuscht

Ein grafischer Thriller, der von der ersten Seite fesselt

Die narrative Struktur von Tynion ist makellos. Jeder Bogen funktioniert wie ein autarkes Thriller-Miniwerk mit seinem eigenen Dorf, seiner eigenen Kreatur und seinem eigenen Trauma, während er eine größere, choralartige Handlung über den Orden und Erics Vergangenheit webt. Das Tempo ist atemberaubend, mit Wendungen, die ständig umkrempeln, was der Leser zu wissen glaubt. Es ist nicht nur ein Monster-Comic; es ist eine Studie darüber, wie Gemeinschaften mit kollektivem Schmerz, Verleugnung und der Suche nach Sündenböcken umgehen, wenn die Realität zu schrecklich wird, um sie zu akzeptieren.

Something is Killing the Children ist viel mehr als sein schockierender Titel. Es ist ein Meisterwerk des modernen Horrors, das eine reiche, expansive Mythologie mit einem menschlichen Herzen verbindet, voller gebrochener Charaktere, die etwas finden, für das es sich zu kämpfen lohnt. Erica Slaughter hat sich einen Platz unter den großen Monsterjägern verdient und erinnert uns daran, dass man manchmal furchterregender sein muss als das Monster selbst, um die Kinder zu retten. Und in einer Welt, in der Erwachsene sich weigern, die Wahrheit zu sehen, könnte die einzige Hoffnung eine Fremde mit einem Bündel Messer und einem Trauma im Gepäck sein. ⚔️