Presagio von Juan de Oñate: ein literarischer Thriller zwischen zwei galicischen Epochen

Veröffentlicht am 22. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Portada del libro Presagio mostrando un paisaje gallego brumoso con siluetas de personajes de distintas épocas superpuestas

Presagio von Juan de Oñate: ein literarischer Thriller zwischen zwei galicischen Epochen

Der anerkannte Journalist und Historiker Juan de Oñate überrascht uns mit Presagio, einem faszinierenden Roman, veröffentlicht von Plaza & Janés, der meisterhaft den literarischen Thriller mit einer dualen temporalen Struktur verbindet. Die Erzählung entfaltet sich gleichzeitig in der Galicien von 1951 und im zeitgenössischen Galicien und schafft eine erzählerische Brücke, in der der Autor universelle Themen wie die absolute Wahrheit, die Grenzen des Glaubens und die Mechanismen der Informationsmanipulation vertieft 📚✨

Erzählstruktur und Schauplatz

Das Werk wechselt zwischen zwei Zeitlinien, die allmählich konvergieren und verborgene Verbindungen zwischen Figuren offenbaren, die siebzig Jahre voneinander getrennt sind. Oñate nutzt dieses strukturelle Mittel, um die Informationskontrollsysteme in beiden historischen Perioden zu kontrastieren und zu zeigen, wie die Manipulation technologisch evolviert ist, aber ähnliche Essenzien behält. Die galicische Umgebung mit ihrer rätselhaften Atmosphäre und reichem kulturellem Untergrund fungiert als zusätzliche Figur, die die narrative Spannung und das Mysterium intensiviert 🔍

Hervorgehobene Elemente der Schauplatzgestaltung:
  • Kontrast zwischen der ländlichen galicischen Gesellschaft der Nachkriegszeit und dem heutigen globalisierten Galicien
  • Nutzung der Landschaft als aktives erzählendes Element, das die Figuren beeinflusst
  • Meticulöse historische Rekonstruktion des Spanien von 1951 im Vergleich zum zeitgenössischen
In einer Welt, in der Fake News frei herumlaufen, erinnert uns Oñate daran, dass die mediale Manipulation keine neue Erfindung ist, sondern eine alte Kunst in neuem Gewand

Zentrale Thematik und Perspektive des Autors

Durch Presagio reflektiert Oñate über die flüchtige Natur der Wahrheit und wie diese durch partikulare Interessen oder tief verwurzelte Überzeugungen verzerrt werden kann. Der Glaube, sowohl in seiner religiösen als auch institutionellen Dimension, wird ebenso untersucht wie die Rolle der Medien bei der Konstruktion der sozialen Realität. Der Autor, der seine doppelte Ausbildung als Historiker und Journalist nutzt, bietet eine subtile, aber durchdringende Kritik an der Leichtigkeit, mit der die kollektive Wahrnehmung geformt werden kann, und lädt den Leser ein, die scheinbaren Wahrheiten zu hinterfragen 🧩

Entwickelte thematische Aspekte:
  • Analyse der Mechanismen der Informationsmanipulation durch die Zeit
  • Reflexion darüber, wie Versionen der Vergangenheit die Gegenwart bedingen
  • Kritik an der sozialen Konstruktion der Realität durch mediale Narrative

Aktualität und zeitgenössische Relevanz

Der Roman überschreitet das Genre des konventionellen Thrillers und wird zu einer Meditation über unsere Beziehung zur Information. Oñate stellt verblüffende Parallelen zwischen den Methoden der Informationskontrolle im franquistischen Spanien und den zeitgenössischen Strategien der Desinformation her und zeigt, dass die Grundlagen der Manipulation konstant bleiben, auch wenn ihre Werkzeuge evolieren. Dieses Werk konfrontiert uns mit der beunruhigenden Frage: Inwieweit werden unsere aktuellen Überzeugungen durch manipulierte historische Narrative bestimmt? 🤔