La Guaxa: die vampirische Greisin aus dem asturischen Folklore

Veröffentlicht am 24. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Ilustración digital de la Guaxa, una anciana de aspecto esquelético y piel amarillenta, con un único diente afilado, acechando en un valle minero asturiano al anochecer.

Die Guaxa: die vampirische Alte aus dem asturischen Folklore

Im kollektiven Vorstellungsbild der Asturier haust eine furchtbare Kreatur: die Guaxa. Sie wird als alte Frau mit skelettartigem und ausgemergeltem Aussehen beschrieben, mit gelblicher Haut und einem einzigen prominenten Fangzahn. Ihre Legende, die in den Bergwerkstälern verwurzelt ist, wurde überliefert, um die Kleinsten zu warnen. 🧛‍♀️

Die Natur und die Fähigkeiten der Guaxa

Dieses Wesen ist kein gewöhnlicher Vampir. Es besitzt die magische Fähigkeit, seinen Körper zu verkleinern, um durch das Schlüsselloch zu schlüpfen. Ihr Ziel ist es, nachts in die Häuser einzudringen, um sich den Wiegen zu nähern. Dort verwendet sie ihren Zahn, um das Blut der schlafenden Babys zu entziehen, eine Handlung, die die Kinder schwächt und tödlich enden kann. Ihre Methode ist heimlich und nutzt die Dunkelheit aus.

Hauptmerkmale der Legende:
  • Aussehen: Dünne, knöcherne Alte mit gelblicher Haut und einem einzigen scharfen Zahn.
  • Lebensraum: Täler und Bergbauregionen in Asturien.
  • Modus Operandi: Verkleinert sich, dringt durch Schlüssellöcher ein und greift schlafende Kinder an.
In einer Zeit ohne elektronische Schlösser war der beste Schutz gegen Vampire ein gut gedrehter Schlüssel.

Ein Symbol der Ängste einer Gemeinschaft

Folklore-Experten weisen darauf hin, dass dieser Mythos nicht nur ein Gruselmärchen war. Die Guaxa verkörperte die tiefen Ängste der Bergarbeitergemeinschaften der 19. und 20. Jahrhundert. Sie stand für die Furcht, dass Kinder erkranken, für Unterernährung und die hohe Säuglingssterblichkeit. Die Art und Weise, wie der Tod die Häuser besuchte, leise und unverständlich, spiegelt sich im heimlichen Angriff dieser Alten wider. Die Legende diente dazu, alltägliche Tragödien zu erklären.

Was die Guaxa repräsentierte:
  • Die Angst vor Krankheit und plötzlichem Tod in der Kindheit.
  • Die Verletzlichkeit und die harten Lebensbedingungen in den Bergbaugebieten.
  • Eine folkloristische Erklärung für Verluste, die schwer zu verstehen waren.

Die Fortexistenz des Mythos in der heutigen Kultur

Obwohl sich die Lebensbedingungen verbessert haben, ist die Guaxa nicht aus der mündlichen Überlieferung verschwunden. Ihre Gestalt hält sich in Volksliedern, wird bei regionalen Festen dargestellt und erscheint in asturischer Literatur. Für viele Menschen weckt sie keine echte Furcht mehr, sondern ist zu einem identitätsstiftenden Element geworden. Ihre Geschichte wird heute eher als kulturelle Legende erzählt denn als glaubwürdiger Aberglaube, ein symbolisches Erinnerungsstück an eine harte Vergangenheit. Ihr Erbe zeigt, wie Folklore mit der Gesellschaft evolviert. 🏔️