
Ein Sektor in der Krise
Die Animations- und visuelle Effekteindustrie in Québec steht vor einer ihrer schlimmsten Krisen seit Jahren. In den letzten Monaten haben mehrere renommierte Studios geschlossen, darunter ON Animation Studios und Cinesite, was die Zerbrechlichkeit des Sektors und die Schwierigkeiten, denen er im aktuellen Umfeld gegenübersteht, offenlegt.
Der Einfluss der Steuerreform
Einer der Schlüsselfaktoren hinter dieser Krise war die Änderung der Steuergutschriften, die es kanadischen Studios zuvor ermöglichten, international zu konkurrieren.
- Reduzierte Steueranreize: Früher bot Québec Vorteile, die Produktionskosten senkten und große Hollywood-Projekte anzogen.
- Weniger ausländische Investitionen: Ohne diese Anreize haben viele Produktionsfirmen rentablere Optionen in anderen Regionen gesucht.
- Rückgang der Arbeitslast: Der Mangel an Vorteilen hat zu einem drastischen Rückgang der Arbeitslast lokaler Studios geführt.
„Die Kürzungen bei den Steuergutschriften haben das Bild der Branche verändert und die Studios gezwungen, Alternativen in anderen Regionen zu suchen.“
Die Krise in Hollywood und ihr Effekt auf Québec
Zusätzlich zu den steuerlichen Änderungen wurde die globale Animations- und VFX-Industrie von anderen Faktoren betroffen:
- Streiks von Drehbuchautoren und Schauspielern (2023): Sie lähmten mehrere Projekte und beeinträchtigten die Nachfrage nach visuellen Effekten.
- Reduzierung der Investitionen in Streaming: Plattformen wie Netflix und Disney+ haben ihr Budget für neue Produktionen gekürzt.
- Internationale Konkurrenz: Studios in Asien und Osteuropa haben Produktionen aufgrund niedrigerer Produktionskosten angezogen.
Studio-Schließungen und ihr Impact
Die jüngsten Schließungen und Reduzierungen der Betriebsaktivitäten haben wichtige Studios getroffen:
- Cinesite: steht vor Millionenverlusten und einer Schuldenlast von 134 Millionen Euro.
- ON Animation Studios: schloss nach mehr als einem Jahrzehnt in Montreal.
- Technicolor Group: befindet sich in finanzieller Krise und sucht nach Alternativen, um weiterzubetreiben.
Diese Schließungen betreffen nicht nur die Unternehmen, sondern haben Hunderte von Künstlern, Animatoren und Technikern arbeitslos gemacht und die Chancen im Sektor drastisch reduziert.
Welche Zukunft erwartet Québec?
Die Zukunft der Industrie in Québec ist unsicher. Trotz hochqualifiziertem Talent und einer Geschichte erfolgreicher Produktionen könnte der Mangel an Steueranreizen und sinkende Investitionen zu einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führen.
- Wenn die Regierung die Steuergutschriften nicht wiederherstellt, könnten mehr Studios schließen oder umziehen.
- Große Produktionsfirmen könnten andere Regionen mit niedrigeren Kosten bevorzugen.
- Der Arbeitsmarkt für visuelle Effekte und Animation in Québec wird ohne neue Unterstützungsmaßnahmen weiter abnehmen.
Unternehmen, die von der Krise betroffen sind
Mehrere in Québec tätige Studios waren historisch von Steueranreizen abhängig. Ohne sie könnte ihre Präsenz in der Region gefährdet sein:
- Cinesite
- ON Animation Studios
- DNEG
- Framestore
- Technicolor
- Digital Dimension
- Rodeo FX
- Hybride
- MPC
- Mikros Animation
- L'Atelier Animation
- Reel FX
- Squeeze Studio
- Image Engine
- Atomic Fiction
- BUF
- Sony Pictures Imageworks
Schlussfolgerung
Die Animations- und VFX-Industrie in Québec befindet sich an einem kritischen Punkt. Ohne konkrete Maßnahmen zur Wiederherstellung der Steueranreize und zur Anlockung neuer Investitionen riskiert die Region, ihre Relevanz auf dem globalen Markt zu verlieren. Die Herausforderung wird darin bestehen, eine Strategie zu finden, die es Québec ermöglicht, mit anderen Regionen in einer zunehmend anspruchsvollen Umgebung zu konkurrieren.