Ein Team der ETH Zürich führt künstliche Aminosäuren in Zellen ein

Veröffentlicht am 21. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Ilustración conceptual que muestra un ARN de transferencia modificado (en forma de llave o caballo de Troya estilizado) introduciendo un aminoácido artificial brillante en una célula de mamífero, representada con su núcleo y orgánulos.

Ein Team der ETH Zürich führt künstliche Aminosäuren in Zellen ein

Die synthetische Biologie macht einen entscheidenden Schritt vorwärts: Forscher der ETH Zürich haben eine Strategie entwickelt, um die interne Maschinerie von Säugetierzellen zu umprogrammieren. Das Ziel ist es, dass diese Proteine unter Verwendung von künstlichen Aminosäuren herstellen, Komponenten, die in der Natur nicht vorkommen. Dieser Fortschritt eröffnet die Tür zum Design von Molekülen mit beispiellosen Fähigkeiten. 🧬

Ein molekulares Trojanisches Pferd

Das System funktioniert wie eine Täuschung auf biochemischer Ebene. Statt den Eintritt zu erzwingen, modifizieren die Wissenschaftler eine essentielle Zellkomponente, damit sie das neue Baumaterial transportiert. Die Zelle verarbeitet dieses Element, als wäre es ihr eigenes, und integriert die unnatürlichen Bausteine in ihre Proteinstrukturen, ohne den Unterschied zu bemerken.

Schlüsselmechanismus des Prozesses:
  • Modifiziertes tRNA: Die Forscher verändern eine Transfer-RNA (tRNA), deren natürliche Funktion es ist, Aminosäuren zu den Ribosomen zu transportieren, um Proteine herzustellen.
  • Künstliche Ladung: Diese modifizierte tRNA wird so programmiert, dass sie sich spezifisch an eine künstliche Aminosäure bindet und transportiert.
  • Interne Aktivierung: Die unnatürliche Aminosäure wird mit einem chemischen „Schild“ in die Zelle eingebracht, den die zelluläre Maschinerie selbst entfernt, um sie zu aktivieren.
Die Zelle baut, ahnungslos, Proteine, von denen sie nie geträumt hat, sie zu produzieren.

Proteine mit neuen Funktionen entwerfen

Nachdem die anfängliche Täuschung überwunden ist, transportiert die modifizierte tRNA die künstliche Aminosäure zum Proteinmontageort. Dort wird sie präzise in die wachsende Peptidkette eingefügt. Dies ermöglicht die Herstellung maßgeschneiderter Proteine mit Eigenschaften, die die Evolution nicht hervorgebracht hat.

Potenzielle Anwendungen dieser Technologie:
  • Forschungswerkzeuge: Lichtsensitive Proteine schaffen, um zelluläre Prozesse in Echtzeit mit hoher Präzision zu verfolgen.
  • Neue Therapien entwickeln: Stabile, potente biologische Arzneimittel mit gezielten Wirkmechanismen entwerfen.
  • Die Chemie des Lebens erweitern: Reaktive chemische Gruppen einführen, die es ermöglichen, Arzneimittel oder Sensoren direkt an Proteine in lebenden Zellen zu binden.

Die Regeln des zellulären Baus umschreiben

Diese Arbeit stellt eine grundlegende Erweiterung des genetischen Codes dar. Sie beschränkt sich nicht darauf, bestehende Anweisungen zu lesen oder zu bearbeiten, sondern fügt dem grundlegenden Bausatz des Lebens neue chemische „Lego-Steine“ hinzu. Die Technik wirkt wie ein Werkzeug der Protein-Engineering höchster Präzision und bietet eine beispiellose Kontrolle über molekulare Funktionen in komplexen lebenden Systemen. Das Geschenk des Trojanischen Pferdes ist in diesem Fall die Fähigkeit, der Zelle völlig neue Fähigkeiten zu verleihen. 🔧