
Ein britisches Konsortium untersucht die Herstellung von Teilen für Fusionsreaktoren mit 3D-Druck
In Großbritannien wurde eine ambitionierte Initiative namens DIADEM gestartet. Ein Team unter der Leitung der University of Nottingham möchte additive Fertigung einsetzen, um metallische Teile für Fusionsenergie-Reaktoren herzustellen. Diese Bemühung wird vom Programm Adventurous Manufacturing des EPSRC finanziell unterstützt und verbindet die britische Atomic Energy Authority mit mehreren Unternehmen der Branche. Das Ziel ist klar: die Barrieren traditioneller Methoden zu überwinden, um Komponenten zu schaffen, die extremen Hitze- und Druckbedingungen standhalten. 🔬
Der Kern von DIADEM: Das Design von Materialübergängen
DIADEM steht für Design of Interfaces for Additively Engineered Metamaterials. Die Hauptarbeit besteht nicht nur darin, Metall abzulegen, sondern präzise Übergänge zu entwerfen, an denen sich verschiedene Materialien innerhalb eines Teils treffen. Dies ist grundlegend, um Metamaterialien mit spezifischen Eigenschaften wie überlegener Hitzebeständigkeit und mechanischer Robustheit zu schaffen. Der 3D-Druck ermöglicht die Schicht-für-Schicht-Ablegung und damit Geometrien und Materialmischungen, die zuvor unmöglich waren.
Schlüsselpfeiler des Projekts:- Fokus auf Übergänge: Untersuchung des Verhaltens und der Optimierung der Übergangszone zwischen verschiedenen Legierungen oder Materialien innerhalb eines additiv gefertigten Bauteils.
- Maßgeschneiderte Metamaterialien: Nutzung dieser Fähigkeit, um Strukturen mit Eigenschaften zu erzeugen, die in der Natur nicht vorkommen und speziell auf die Herausforderungen der Fusionsenergie abgestimmt sind.
- Überwindung geometrischer Grenzen: Nutzung der Designfreiheit der additiven Fertigung, um innere und äußere Formen zu erreichen, die die Wärme- und Strukturverwaltung verbessern.
Die additive Fertigung ermöglicht die präzise Schicht-für-Schicht-Ablegung von Materialien und öffnet damit die Tür zu Geometrien und Materialkombinationen, die zuvor unmöglich waren.
Eine strategische Zusammenarbeit, um die Technologie in die reale Welt zu bringen
Damit diese Forschung nicht im Labor bleibt, integriert DIADEM führende Industriepartner. Die Beteiligung von Rolls‑Royce, dem Manufacturing Technology Centre und Aerosint gewährleistet eine unmittelbar praktische Anwendung der Ergebnisse. Diese Organisationen bringen ihr tiefes Wissen über fortschrittliche Legierungen, Produktionsprozesse und 3D-Drucksysteme ein, die mehrere Materialien gleichzeitig verarbeiten können.
Vorteile der Zusammenarbeit:- Beschleunigter Wissenstransfer: Die Synergie zwischen Universität, öffentlichem Forschungszentrum und Industrie verkürzt den Weg vom Konzept zum funktionsfähigen Prototyp.
- Fokus auf industrielle Anwendungen: Die technischen Herausforderungen werden mit Blick auf ihre Umsetzung in zukünftigen kommerziellen Fusionskraftwerken definiert und gelöst.
- Frühe Validierung: Die entwickelten Komponenten können in relevanten Umgebungen und mit industriellen Kriterien getestet und bewertet werden.
Ein entscheidender Schritt, um Fusionsenergie machbar zu machen
Die ultimative Herausforderung ist monumental: Teile herstellen, die unter den brutalen Bedingungen eines Fusionsreaktors nicht versagen, wo konventionelle Materialien an ihre Grenzen stoßen. Dieses Projekt zeigt, dass Metall-3D-Druck weit über schnelle Prototypen oder dekorative Teile hinausgeht. Es positioniert sich als schlüsseltechnologie für eine der vielversprechendsten und komplexesten Energiequellen. Die Arbeit von DIADEM dreht sich nicht nur um Herstellung, sondern um Innovation im Materialdesign, um einen kleinen Stern auf der Erde einzuschließen. ⚛️